Unterschiedlichste Formen von Zahnimplantaten

Zahnimplantat

Zahnersatz mit Zahnimplantaten

Zahnimplantate sind der  Zahnersatz für einen Zahn,  wenn der Zahn gezogen werden musste oder fehlt. Das Implantat funktioniert wie eine künstliche Zahnwurzel und kann als Träger von festsitzenden Zahnersatz wie Kronen und Brücken verwendet werden. Aber auch bei Zahnprothesen können Implantate als Halteelement eingesetzt werden. So kann der Zahnarzt mit Hilfe von Implantaten wieder schöne Zähne herstellen - auch wenn Zähne fehlen!

Im Expertenartikel finden Sie neben dem Experteninterview mit Zahnarzt Dr. Peter Klein auch Antworten auf häufig gestellte Fragen.

In diesem Artikel:

  • Festsitzender oder abnehmbarer Zahnersatz
  • Arten von Zahnimplantaten
  • Wie Zahnimplantate gesetzt werden
  • Welche Schmerzen beim Zahnimplantat zu erwarten sind
  • Voraussetzungen für ein Zahnimplantat
  • Wann ein Knochenaufbau beim Zahnimplantat notwendig ist
  • Risiko und Risikopatienten beim Zahnimplantat
  • Vergleich Implantate aus Ungarn und Österreich
  • Was ein Zahnimplantat kostet

Im Interview mit Dr. Peter Klein die Wahrheit über:

  • Wie lange eine Implantat Operation dauert
  • Wie man Implantate richtig pflegt
  • Was passiert wenn ein Zahnimplantat nicht einheilt
  • Implantaten aus Österreich und Implantate aus Ungarn (Schnäppchen oder Pfusch?!)

Zu den jeweiligen Themen haben wir uns mit Zahnarzt Dr. Peter Klein, BA aus Knittelfeld - Österreich unterhalten. 

Finden Sie heraus mit welcher Frage wir Dr. Peter Klein richtig emotional werden haben lassen!


Implantat Pflege

Zahnimplantate erhalten die Lebensqualität!

Leider ist der Mensch kein Haifisch dem einfach Zähne nachwachsen. Mit Zahnimplantaten ist es jedoch möglich verlorengegangene Zähne wieder zurück zu bringen und das sogar inklusive Wurzel! 

Zahnimplantate sind für viele Menschen eine wichtige Komponente im Mundraum und oft unersetzlich um weiterhin die volle Beißkraft zu erhalten. Oft haben Menschen Angst, zum Zahnarzt zu gehen und sich ihre Zähne und ihren Mundraum untersuchen zu lassen.

Doch manchmal ist es unumgänglich, sich vertrauensvoll von einem Zahnarzt behandeln zu lassen. Vor allem bei Implantaten ist es wichtig, einen vertrauenswürdigen Zahnarzt aufzusuchen.

Die heutige Medizintechnik ist mitunter verantwortlich, dass sich die Lebensqualität unserer heutigen Gesellschaft massiv verbessert hat und sich die Patienten auf eine professionelle Lösung durch ihren Zahnarzt verlassen können. Vor einige Jahrhunderten sahen Wurzelbehandlungen, Zahnimplantate oder Zahnprothesen noch ganz anders aus, geschweige denn die Mundhygiene von Menschen. Erlitten Menschen zur damaligen Zeit eine Parodontose, konnte diese verheerende Auswirkungen haben. Heute ist das dank Implantaten Vergangenheit und immer mehr Menschen vertrauen auf den Zahnersatz mit Zahnimplantaten. 

Mittels Zahnimplantaten aus Keramik oder Titan kann ein verloren gegangener Zahn wieder hergestellt werden. Aber wie sieht ein Zahnersatz mit einer Implantat Krone oder einer  Implantat getragenen Prothese aus und welche Arten von Zahnimplantaten gibt es eigentlich? 

Festsitzender oder abnehmbarer Zahnersatz mit Implantaten?

Zahnimplantate werden nicht nur als festsitzender Zahnersatz eingesetzt. Auch bei Zahnprothesen kann das Implantat eine Haltefunktion einnehmen. Das ist vor allem bei Vollprothesen im Unterkiefer von Vorteil, da da der Eigenhalt der Prothese im hohen Alter sehr begrenzt ist.

Der Zahnersatz kann fix mit dem Implantat verbunden sein oder über Verbindungselemente wie Druckknöpfe abnehmbar gestaltet sein.

Hierbei verwendet man eher bei guter Knochenqualität und wenn nur wenige Zähne fehlen einen festsitzenden Zahnersatz und wenn mehrere oder alle Zähne im Kiefer fehlen einen abnehmbaren Zahnersatz. Der abnehmbare Zahnersatz ist dabei meist billiger, weil bei einem abnehmbaren Zahnersatz weniger Implantate notwendig sind. 

Festsitzender Zahnersatz mit Implantat kronen und Brücken

Im Sprachgebrauch der Menschen meint man mit einem Zahnimplantat meist einen Einzelzahn mit einer Einzelkrone. Das heißt auf eine einzelnes Implantat, also der künstlichen Zahnwurzel, wird ein einziger Zahn mittels einer verklebten oder verschraubten Zahnkrone gesetzt.

Hierbei spricht man von einer Implantatkrone.

Vorteil einer Einzelzahn-Versorgung ist die Aufrechterhaltung des Zahnzwischenraumes, der durch die Durchgängigkeit von Zahnseide leichter zu reinigen ist. Aber auch die natürliche Reinigung beim Trinken und die Spülung durch den menschlichen Speichel ist bei Einzelzahn-Implantaten höher und weist so einen hohen "Selbstreinigungs-Effekt" auf. Ist genug Eigenknochen vorhanden so ist die Einzelzahnversorgung mit Implantaten die hochwertigste und teuerste Form des Zahnersatzes. Die Implantatkrone kommt dabei dem echten Beißgefühl am nächsten. 

Zahn Implantat Krone

Um mehrere Zähne nebeneinander mit Zahnimplantaten zu ersetzten kann auch eine Implantat Brücke angefertigt werden. Hierbei werden zum Beispiel wenn 4 Zähne nebeneinander fehlen zwei Implantate in den Knochen eingebracht und 4 zusammenhängende Zähne auf die zwei Implantate aufgebracht. 

Hierbei spricht man von einer Implantatbrücke.

Vorteil einer Implantat Brücke ist, dass mehrere Zähne mit weniger Implantaten festsitzend ersetzt werden können. Hierbei fallen meist weniger Kosten an, als bei Einzelzahn-Versorgungen und Knochendefekte können mit der Brücke überspannt werden. Ähnlich wie sich eine Autobahnbrücke über ein Tal spannt kann sich hier die Implantatbrücke über ein Areal mit weniger Knochen im Kiefer spannen. 



Abnehmbarer Zahnersatz mit Implantat getragenen Prothesen

Implantate können nicht nur als festsitzender Zahnersatz eingesetzt werden. Vor allem bei Menschen im hohen Alter sind im Seitzahnbereich die Knochenverhältnisse so schlecht, dass keine Implantate mehr gesetzt werden können.

Lediglich im vorderen Bereich des Kinns ist meist noch genug Knochen vorhanden um 2 Implantate zu setzen. Da Unterkiefer Vollprothesen keine Saugwirkung wie Oberkiefer Vollprothesen am Gaumen entwickeln benötigen die Unterkiefer Prothesen oft den zusätzlichen Halt von Implantaten. 

Hierbei können zwei oder mehrere Implantate im Unterkiefer mit Verbindungselementen so in den Kiefer eingesetzt werden, dass die Prothese sich mit den Implantaten beim Einsetzen verbindet und Halt generiert. 

Hierbei spricht man von einer Implantat getragenen Prothese

Implantat Prothese

Vorteil einer Implantat getragenen Prothese ist, dass eine gut haltende Komplett-Versorgung aller Zähne mit nur zwei Implantaten möglich ist. Dabei liegt die restliche Prothese auf dem eigenen Zahnfleisch auf und liegt so gut eingebettet im Mundraum. Vor allem bei schlechten Knochenverhältnissen im hohen Alter stellt die Implantat getragene Prothese eine echte Alternative dar.

Ein weiterer Vorteil der Implantat Prothese ist die Reinigungsfähigkeit des Zahnersatzes auch im hohen Alter. Denn durch das herausnehmen ist der Zahnersatz leicht unter laufendem Wasser zu reinigen. Das hilft vor allem älteren Menschen, die es motorisch nicht mehr schaffen kleine unter sich gehende Stellen wie bei einer Implantat Brücke zu reinigen. 

Arten von Zahnimplantaten:

Zahnimplantate aus Titan

Titanimplantate: Schraubenimplantate aus Titan stellen aktuell die gängigste Form für ein Zahnimplantat dar. Dies liegt nicht nur an der herausragenden Stabilität von Titan, sondern auch an der überaus guten Bioverträglichkeit des Materials mit dem menschlichen Körper.

Weitere positive Eigenschaften von Titanimplantaten sind die schnelle Verwachsung des Implantates mit dem Kieferknochen und die Tatsache, dass das Implantat relativ wenig kostet. Titan als Material kann keine Allergie hervorrufen (außer es besteht eine Verschmutzung durch z.B. Nickel am Implantat), lediglich Unverträglichkeiten können bei einem Zahnimplantat auftreten.

Hierbei reagiert der Körper aber auch nicht auf das Titan, sondern auf das Implantat und sieht dieses als Fremdkörper an. Eine solche Unverträglichkeit ist schwer zu diagnostizieren, da sie nur schleichend und schwach auftritt und über Jahre andauern kann. Mögliche Symptome sind Müdigkeit, Übelkeit sowie Kopfschmerzen.

Miniimplantat

Miniimplantate sind besonders kurze Implantate, die auch bei wenig Knochenangebot gesetzt werden können. Da diese eher breiter als lang sind können diese oft noch als letzte Option an Stellen gesetzt werden, wo herkömmliche Implantate zu lang wären. 

Miniimplantate werden auch noch Kurz- oder Short-Implantate genannt. 

Zahnimplantate aus Keramik

Keramikimplantate: Eine weitere recht verbreitete Form von Implantaten sind die Keramikimplantate, die bereits seit dem Anfang des 19. Jhd. in der Zahnmedizin eingesetzt werden.

Konkret handelt es sich hierbei um das enorm stabile Material Zirkon. Im Vergleich zum Titanimplantat kostet das Keramikimplantat etwas mehr, da sich die Bearbeitung hier etwas schwieriger gestaltet als bei anderen Materialien. Jedoch weißt ein Keramikimplantat eine absolute Bioverträglichkeit auf und umgeht das Risiko einer Verschmutzung durch z.B. Nickel.

 

Keramik Implantat

Aus ästhetischen Gründen bietet sich Keramikimplantate an, da sie die gleiche/ ähnliche Farbe besitzen wie ein Zahn. Ein Nachteil von Keramik ist, dass das Implantat nicht speziell Beschichtet werden kann, womit ein schnelleres Einwachsen mit dem Kiefer nur schwer sichergestellt werden kann.

Daher existiert hierbei eine erhöhte Wachsamkeit des Patienten beim Konsum von Lebensmittel, damit keine Schäden am Implantat auftreten. Im Fall einer Beschädigung ist unverzüglich ein Zahnarzt aufzusuchen.

Diskimplantate

Diskimplantate: Eine eher weniger verbreiterte Form von Zahnimplantaten stellen Diskimplantate dar, welche zur Gruppe der Basalimplantate zählt. Dies bedeutet, dass sich das Implantat zum Grund oder zur Basis hin orientiert. Ein Diskimplantat wird seitlich in den Kieferknochen eingesetzt. Da diese Implantate in der recht harten Schicht eines Knochen verbohrt werden, ist eine frühzeitige Belastung des Implantates möglich. Der Grund weshalb Diskimplantate gewählt werden ist die Sicherstellung des Verwachsens eines Implantates bei einer relativ geringen Knochenhöhe des Kieferknochens der Patienten.

Wie Zahnimplantate gesetzt werden:

In der folgenden Aufzählung sehen Sie wie meist ein Zahnimplantat gesetzt wird. Hierbei kann sich das Vorgehen während der Operation unterscheiden. 

Zahnimplantat
  1. Nach Desinfektion des Mundraumes und des Mundes selbst wird der Patient an der Stelle, an der das Implantat eingesetzt werden soll lokal anästhesiert. Mit Hilfe eines Anästhetikums, das der Zahnarzt seitlich in die Schleimhaut einbringt wird der Bereich taub. 

  2. Nach kurzem Abwarten prüft der Zahnarzt ob die Stelle wirklich taub ist und die eigentliche Operation kann beginnen. 

  3. Mit Hilfe eines Schnittes oder einer Stanze wird die Schleimhaut über dem Knochen freigelegt und der Knochen liegt dem Behandler frei vor Augen. Hierbei wird nur ein Teil des Knochens eröffnet. 

  4. Hat sich der Behandler für die passende Stelle für das Zahnimplantat entschieden, so bohrt dieser von dünn nach dick ein entsprechendes Loch in den Kieferknochen. 

  5. In das gebohrte Loch wird wie links im Bild ersichtlich die kleine Titanschraube, das Zahnimplantat, eingedreht. Das erfolgt mittels einer kleinen Ratsche und äußerst vorsichtig. 

  6. Nachdem das Implantat eingebracht ist verschließt der Zahnarzt das Implantat mittels einer Verschlussschraube oder setzt einen Zwischenteil ein, wenn er das Implantat gleich belasten möchte, was von der Stabilität der Schraube abhängt. 

  7. Im Abschluss wird die Schleimhaut wieder so vernäht, dass der Knochen und das Implantat bedeckt sind. Nach einer Einheilphase von einigen Monaten kann das Implantat dann belastet werden und zum Beispiel mit einer Zahnkorne versorgt werden. 

Das Zahnimplantat im Röntgen

In der folgenden Abbildung sieht man 4 Zahnimplantate, die Oberkiefer eines Patienten eingebracht wurden. Diese sind dabei mit dem Knochen verwachsen und sind mit dem Knochen einen festen Verbund eingegangen. Sind die Implantate schön eingeheilt, dann sind Implantate sehr haltbare künstliche Zahnwurzeln, die einen hochwertigen Zahnersatz ermöglichen. Ein eingewachsenes Implantat kann man nur sehr schwer wieder entfernen. 

Zahnimplantate Röntgen


Schmerzen Zahnimplantat

Die Schmerzen bei einem Zahnimplantat sind meist gering. Das liegt daran, dass eigentlich nur die Knochenhaut Schmerz empfinden kann. Das Implantat liegt nur zu einem geringen Teil in der Knochenhaut. Im Inneren des Knochens ist der Knochen Schwammartig und schmerzunempfindlich, was die Einbringung des Implantats oft sogar völlig schmerzfrei einbringen lässt.

Voraussetzung ist eine gut gelegte lokale Anästhesie, die ausreicht um ein Implantat zu setzen. In der Regel verheilt ein Implantat problemlos wodurch auch kaum Schmerzen zu erwarten sind. 

Viel eher graut den Patienten vor der Vorstellung, dass der Knochen freigelegt wird und eine Bohrung in den Knochen erfolgt. Außerdem ist die Vorstellung von einem Fremdkörper im Kiefer keine schöne Vorstellung.

Hierbei soll man sich vor Augen halten, dass ein Implantat meist nur wenige Millimeter lang und wenige Millimeter dick ist. Implantatgrößen wie 9 Millimeter Länge und 4 Millimeter Breite sind durchaus weit verbreitet und werden oft gesetzt. Wer sich schon einmal einen Nagel eingetreten hat wird hier wohl einen größeren Schmerz erfahren haben. 

Schmerzen während der Implantat Operation

Da Implantate meist unter lokaler Anästhesie gesetzt werden ist der Bereich in dem das Zahnimplantat eingebracht wird vollkommen taub. Somit sind auch keine Schmerzen während der Behandlung zu erwarten. Lediglich das längere Mund aufhalten und das einbringen mehrerer Instrumente in den Mund während der Operation kann Irritation an Wange, Lippe und Kiefergelenk verursachen.

Diese Schmerzen sind überschaubar und viele Patienten sind überrascht, wenn sie gar nicht gespürt haben während das Implantat eingebracht wird. Ein geschickter Zahnarzt kann das Implantat so einbringen, dass es kaum Schmerzen verursacht. 

Leichte Schmerzen nach dem Einbringen des Implantates sind normal, da es sich um eine frische Wunde handelt, die erst verheilen muss. Diese Schmerzen sind erträglich und oft benötigen Patienten keine Schmerztabletten. 

Direkt nach der Operation kann das Beißen an der betroffenen Stelle schmerzhaft sein. So empfiehlt es sich die betroffene Stelle zu schonen und wenn möglich an anderen Stellen zu beißen. Nach einigen Tagen sollte auch dieser Kauschmerz abgeklungen sein. 

Schmerzen bei gesetzten Implantat

Ist die Einbringung des Implantates erst einmal geschafft so sind auch in der Folge, wenn die Spritze nachlässt, kaum Schmerzen zu erwarten. Da der Zahnarzt den betroffenen Bereich meist nach dem Implantieren vernähen muss könnten hier und da die Nähte etwas zwicken und das Zahnfleisch oder die Wange irritieren. 

Nur bei erschwerten Implantat Bedingungen kann es Schwellungen und Blutergüsse bis hin zu starken Schmerzen kommen. Das ist aber die Ausnahme. 

Ist ein Implantat schon jahrelang im Kiefer und es kommen Schmerzen auf, kann das mehrere Gründe haben. Ein Implantat ist nicht für alle Ewigkeit im Kiefer verankert. Ist es einmal eingeheilt müssen sowohl Zahnarzt als auch Patient aktiv für das Fortbestehen des Implantates sorgen. 

Gründe für Schmerzen beim Zahnimplantat:

  • Entzündung des umliegenden Knochens
  • Vernachlässigte Pflege und Reinigung des Implantats
  • Knochenschwund
  • Eine lockerer Zahnersatz

Sollten Sie Schmerzen bei einem bereits gesetzten Implantat haben, suchen Sie Ihren Zahnarzt auf. Nicht immer muss das Zahnimplantat wieder entfernt werden. Eine professionelle Zahnreinigung oder die Wiederbefestigung des Zahnersatzes können oft die Schmerzen lindern. Auch Entzündungen können oft so behandelt werden, dass das Implantat erhalten bleibt.  

Voraussetzungen für ein Zahnimplantat

Voraussetzung für ein Zahnimplantat ist in erster Linie genug Knochensubstanz und ein nicht allzu schlechter Allgemeinzustand des Patienten. Nur wenn genug Knochen vorhanden ist kann auch ein sicheres Einheilen des Implantat gewährleistet werden. Im Oberkiefer ist die obere Begrenzung die Kieferhöhle und im Unterkiefer die untere Begrenzung der Unterkiefer-Nerv. 

Der Abstand von Knochenkamm bis zur Kieferhöhle beziehungsweise zum Nerv sollte dabei mindestens so lang sein, wie das Implantat, das man einsetzen will.

Aber nicht nur die Länge des vorhandenen Knochens ist für den Erfolg eines Implantates von Bedeutung. Auch die Breite des Knochens muss mindestens so breit sein, dass das eingesetzte Implantat mindestens mit 2mm Knochen umgeben ist.

Um die Qualität des Knochens zu bestimmen kann der Zahnarzt durch abtasten des Knochens und mittels einer Röntgenaufnahme abschätzen wie gut oder schlecht die Knochensituation für ein Implantat ist. Ist der Allgemeinzustand des Patienten schlecht so kann der Zahnarzt in Absprache mit dem Hausarzt die erforderlichen Maßnahmen einleiten um ein Implantat möglich zu machen. 

Implantate können bei fast jedem durchgeführt werden und haben eine hohe Erfolgsrate. 95% der eingesetzten Zahnimplantate heilen schlussendlich auch ein und Patienten mit Zahnimplantaten sind sehr häufig mit der Behandlung zufrieden und empfehlen Implantate weiter. 

Grund für zu schlechte Knochenverhältnisse ist ein Schwund des Kieferknochens.

Dieser ist einerseits durch genetische Faktoren vorbestimmt und der Rückgang des Kieferknochens ist ein Bestandteil des natürlichen Alterns. Aber auch vernachlässigte Mundhygiene oder chronische Zahnfleisch-Entzündungen können den Verlust von Knochen beschleunigen. 

Frühzeitiger Zahnverlust kann ebenfalls zum Einbruch der Knochenhöhe führen. Denn nur wenn ein Zahn beim täglichen Gebrauch der Zähne Druck über den Zahnhalte-Apparat auf den Knochen ausübt werden Zellen aktiviert, die Knochen bilden. Ist ein Zahn schon lange Zeit verloren, zieht sich der Knochen an jener Stelle von selbst zurück. 



Knochenaufbau (Sinuslift) im Kiefer beim Zahnimplantat

Ist nicht genug Knochen für ein Implantat vorhanden so kann auch Knochen aufgebaut werden. Vor allem im Oberkiefer ist der Knochenaufbau auch Sinuslift genannt eine häufig eingesetzte Operationsmethode. 

Wenn das Knochenangebot so schlecht ist, dass die Länge des Implantats das Knochenangebot übersteigt, kann die Differenz durch einen Knochenaufbau ausgeglichen werden. Mit einem Knochenaufbau wird nicht nur Knochenersatz-Material eingefügt, sondern der Knochen zeitgleich zum Knochenwachstum angeregt.

Der Knochenaufbau erfolgt dabei so wie das Einbringen des Zahnimplantates unter lokaler Anästhesie. Manchmal ist es auch möglich das Einbringen des Zahnimplantates und den Knochenaufbau in einer Operation durchzuführen. Hierfür darf das Knochenangebot aber nicht zu schlecht sein, da die anfängliche Stabilität, die sogenannte Primärstabilität, gegeben sein muss. 

Für den Knochenaufbau bei Implantaten gibt es unzählige verschiedene Methoden und Operationstechniken. Hier bringt ein Gespräch mit einem versierten Zahnarzt, der derartige Operationstechniken beherrscht Aufschluss. Nicht jeder Zahnarzt verfügt über die Fähigkeiten Implantate und Knochenaufbauten durchzuführen. 

Der Knochenaufbau verläuft meist problemlos. Hier gibt es nur ein gewisses Restrisiko, dass der Patient eine Infektion gegenüber dem Knochenersatzmaterial entwickelt oder das Knochenersatzmaterial zur Gänze abgebaut wird. Der denkbar schlechteste Fall wäre, dass das Knochenersatzmaterial wieder entnommen werden muss, was aber nur in den seltensten Fällen zutrifft. 

Das höchste Risiko für den Zahnarzt ist die Verletzung des Kieferhöhle im Oberkiefer oder dem Nerv im Unterkiefer. Über dieses Risiko weiß jedoch jeder Zahnarzt und dieser wird alles in seine Macht tun um diese Strukturen nicht zu verletzten. 

 

Knochenersatzmaterial beim Implantat Knochenaufbau

Für den Knochenaufbau bei Implantaten gibt es es eine Vielzahl verschiedener Knochenersatzmaterialien. Prinzipiell kann zwischen synthetischen, tierischen und menschlichen Material unterschieden werden. Hierbei hat jedes Material verschiedene Eigenschaften und auch der Zahnarzt hat gewissen Vorlieben für welches Material er sich bei dem Knochenaufbau zum Setzen eines Implantates entscheidet.  

  • Synthetisches Knochenersatzmaterial (oft Kalziumphosphate und Hydroxylapatit) 

Synthetisches Knochenersatzmaterial ist leicht zu verarbeiten und für kleinere Knochendefekte gut geeignet. Nachteil des synthetischen Knochenaufbaumaterialien ist, dass das Material sehr stark schwindet und zum großen Teil vom Körper wieder resorbiert wird. 

  • Tierisches Knochenersatzmaterial (mineralische Bestandteile von Rinderknochen)

Tierisches Knochenersatzmaterial wird aus Rindern und Schweinen gewonnen. Hierbei werden alle organischen Verbindungen so entfernt, dass lediglich die Kalziumverbindungen übrig bleiben. Diese ähneln jenen des menschlichen Körpers stark, wodurch hervorragende Ergebnisse im Knochenaufbau zur Implantation erzielt werden können. Der Einsatz von tierischen Materialien ist dem Einsatz von synthetischen Knochenaufbaumaterialien überlegen. Er erfordert aber eine kompliziertere Verarbeitungstechnik und ist für größere Knochendefekte geeignet. 

  • Menschliches Knochenersatzmaterial (Knochentransplantation aus dem eigenen Körper)

Die meisten Möglichkeiten Knochen für eine geplante Implantation aufzubauen hat der Anwender mittels der Eigenknochentransplantation. Hierbei wird eigener Knochen vom aufsteigenden Ast des Unterkiefers oder dem Beckenkamm entnommen und an die Stelle, wo die Implantate gesetzt werden sollen eingesetzt. Diese Methode erfordert jedoch genaue chirurgische Kenntnisse und wird oft nur auf Spezialkliniken durchgeführt. 

Knochenaufbau Oberkiefer Implantat

Der Knochenaufbau im Oberkiefer wird auch noch Sinuslift genannt. Der Sinuslift bezeichnet dabei das Anheben des Bodens der Kieferhöhle um dort Raum für die Einbringung des Knochenersatzmaterials zu gewinnen. 

Um einen Sinuslift im Oberkiefer durchzuführen kann der Zahnarzt von der Außenseite des Kieferkammes ein Fenster eröffnen, wodurch er das Knochenersatzmaterial unter den angehobenen Boden der Kieferhöhle  schiebt. Hierbei würde man von einem externen Sinuslift reden.

Ist nur wenig Knochenersatzmaterial notwendig, so kann der Zahnarzt auch durch die eigentliche Implantatbohrung mit einem internen Sinuslift das Knochenersatzmaterial an die gewünschte Stelle bringen. 

Knochenaufbau Unterkiefer Implantat

Der Knochenaufbau zum Implantat im Unterkiefer erweist sich als schwieriger als der Knochenaufbau im Oberkiefer. Denn hier gibt es anders als bei der Kieferhöhle im Oberkiefer keinen füllbaren Hohlraum. Hier müssen Knochenstücke aus Eigenkörper-Transplantaten angeschraubt werden um einen Knochen aufzubauen.

Hier ist abzuwägen ob sich der Aufwand für den eigentlichen Nutzen lohnt oder ob ein Implantat getragener abnehmbarer Zahnersatz hier nicht den sinnvolleren Erfolg bringt.  

Knochenaufbau wenn der Kiefer zu schmal ist

Wenn der Kiefer für ein Implantat zwar hoch genug ist, aber zu schmal hat der Zahnarzt weitere Möglichkeiten den Knochen aufzubauen und den Knochen auf das Implantat vorzubereiten. Hierbei kann der Knochen gedehnt und geschlitzt werden, damit sich dieser verbreitet.

Der Zahnarzt redet hierbei von einem Bonespreading oder Bonesplitting.

Beim Bonespreading und Bonesplitting schlitzt der Zahnarzt zuerst den Knochen ehe er im Anschluss den Knochen vorsichtig und langsam so ausdehnt, dass ein Hohlraum für das Implantat entsteht. Bei dieser Technik geht durch das fehlen der Implantatbohrung kein Knochen verloren und der Knochen kann als Ummantelung für das eingesetzte Implantat dienen. Etwaige Hohlräume im Schlitz können zum Implantat hin mit Knochenersatzmaterial aufgefüllt werden. 


Implantat Pflege

Risiko Zahnimplantat und Risikopatienten

Da das Einbringen eines Implantates ein operativer Eingriff ist birgt dieser auch Risiken. Aber das Risiko Zahnimplantat ist nicht nur für den Patienten sondern auch für den Zahnarzt ein Hindernis, das den Erfolg einer Implantat-Behandlung eintrüben können. Folgende Risiken für den Patienten und den Zahnarzt gilt es zu beachten. In der Folge sehen Sie eine Auflistung von Risikopatienten, bei denen ein Zahnimplantat nicht oder nur bedingt möglich ist. 

Risiko Zahnimplantat und Komplikationen beim Implantieren

In den meisten Fällen verläuft die Implantation problemlos. In seltenen Fällen kommt es jedoch zu Komplikationen. So kann es beim Implantieren zu unbeabsichtigten Beschädigungen des umliegenden Gewebes kommen.

Im Oberkiefer wäre die Eröffnung der Kieferhöhle eine mögliche Komplikation. Wenn der Zahnarzt die Bohrung zu weit in die Kieferhöhle nach oben durchführt und dabei die Schleimhaut am Boden der Kieferhöhle verletzt kann sich die Kieferhöhle entzünden oder gar das Implantat in die Kieferhöhle rutschen, was eine Entfernung des Implantats aus der Kieferhöhle nötig machen würde. 

Selbst wenn Fremdkörper in die Kieferhöhle gelangen, können diese entfernt werden und die Kieferhöhle heilt problemlos ab. Hierbei kann es auch zu Flüssigkeitsabsonderungen durch die Nase kommen. Ein derartiger Zwischenfall ist aber äußerst selten und die Zahnärzte wissen, dass es eine deratige Komplikation um jeden Fall zu vermeiden gilt. 

Weiters könnte auch noch Knochenersatzmaterial beim Knochenaufbau zum Implantat im Oberkiefer während des Sinuslifts in die Kieferhöhle gelangen. Auch hier wäre eine Entzündung die Folge und je nach gewähltem Knochenersatzmaterial müssten die erforderlichen weiteren Schritte abgeklärt werden. 

Im Unterkiefer kann es zu einer Beschädigung des Unterkiefer Nervs kommen. Auch diese Komplikation ist äußerst selten, da der Zahnarzt genau prüft wie weit er im Unterkiefer mit der Bohrung gehen kann um den Nerv, der im Unterkiefer im inneren des Knochens läuft, nicht zu beschädigen. 

Das Resultat einer Nerv-Irritation während einer Implantation wäre ein Taubheitsgefühl in der Wange des Patienten. Ist der Nerv lediglich irritiert könnte die Entfernung des zu langen Implantats eine mögliche Therapie sein. Ist jedoch der Nerv zur Gänze durchtrennt kann es zu einer lebenslangen halbseitigen Lähmung der Wange führen.  

Bin ich für ein Implantat geeignet? - RisikoPatienten

Nicht jeder Mensch ist für ein Implantat perfekt geeignet. So gibt es gewissen Risikopatienten und Risikogruppen, die erwartungsgemäß schlechtere Chancen bei der Einheilung eines Implantats aufweisen.  

Risikofaktoren für Zahnimplantate:

  1. Diabetes 
  2. Raucher
  3. Osteoporose
  4. Bisphosphonate
  5. Hohes Alter
  6. Parodontitis
  7. Schlechte Knochenqualität

Diabetes Patienten stellen eine Risikogruppe für Zahnimplantate dar. Grund dafür ist die verschlechterte Wundheilung bei Diabetes Patienten. Durch die gestörte Durchblutung kann ein Zahnimplantat schlechter einheilen. Zusätzlich ist die Immunabwehr gegenüber Bakterien und Infektionen geschwächt und die knochenbildenden Zellen sind nicht gleich aktiv wie bei Patienten ohne Diabetes. Ist der Diabetes Patient in gutem Zustand und hat noch keine Folgeschäden aus der Erkrankung erlitten, so kann ein Implantat dennoch durchgeführt werden. Eine Abklärung mit dem behandelten Arzt ist dennoch ratsam. 

Implantate bei Raucher weisen laut Studien einen deutlich niedrigeren Heilungserfolg auf. Auch wenn das Implantat eingeheilt ist weisen Implantate bei Rauchern eine kürzere Überlebenszeit auf. Die Verlustrate bei Rauchern ist fast doppelt so hoch. 

Osteporose ist ein weiterer Risikofaktor für Zahnimplantate. Eine Knochendichtemessung kann Aufschluss darüber ergeben ob der Patient mit Osteoporose für ein Zahnimplantat geeignet ist. Ist der Knochen geeignet und das Implantat erstmal gesetzt, so heilt bei Osteoporose Patienten das Implantat gleich gut ein wie bei gesunden Patienten. Bisphosphonate zur Therapie von Oseoporose können ebenfalls ein Risikofaktor für ein Zahnimplantat sein.

Patienten im hohen Alter weisen oft Zahnfleischentzündungen und eine schlechte Knochenqualität auf. Auch wenn der Patient gesund ist können aufgrund von natürlichen genetischen Präferenzen die Knochenqualität schlecht sein oder die Entzündung so stark sein, dass ein Implantat nicht möglich ist. Ein klärendes Gespräch beim Zahnarzt gibt Aufschluss darüber ob man für ein Implantat geeignet ist oder nicht. 

 

Kommentar und Interview mit Zahnarzt Dr. Peter Klein, BA

In der Ordination von den Zahnärzten Klein in Knittelfeld wurden bereits Tausende von Implantaten gesetzt und das seit 1989. Als Ärzte in 3. Generation und Experten auf dem Thema Zahnimplantation haben wir Dr. Peter Klein, BA zum Thema Zahnimplantate befragt und interessante Antworten erhalten. Lesen Sie hier das Experteninterview über Zahnimplantate. Wie lange dauert eine Implantation, wie pflegt man Implantate richtig und was passiert wenn ein Implantat nicht einheilt? Diese und weitere Fragen beantwortet Dr. Peter Klein.

Dr. Peter Klein Implantate

Wie lange dauert ein Implantat?

  • Frage: Als Patient hat man ja generell schon Respekt vor dem Einbringen des Implantats. Der Gedanke, dass eine Titan-Schraube in den offenen Knochen gebohrt wird raubt vielen ängstlichen Patienten schon Tage vor dem Eingriff den Schlaf. Wenn es schon so furchtbar ist, ist es wenigstens schnell getan oder muss man sich auf stundenlange Qualen vorbereiten?

Antwort: Vorerst möchte ich durch meine hervorragende Statistik glänzen: Bis jetzt hat jeder Patient den Eingriff überlebt! - Spaß beiseite. So schlimm wie eben dargestellt erweist sich die Implantat Operation auch nicht! Ganz im Gegenteil die meisten Patienten sind überrascht wie schnell und schmerzlos so ein Implantat gesetzt ist. 

Ich verstehe natürlich, dass die Idee eine Schraube in den Knochen zu bohren etwas gruselig klingt, aber wenn man weiß um was es geht und die Patienten sauber aufklärt, dann wird einem schnell klar, dass man bei einem Zahnimplantat nicht viel zu befürchten hat. Und das Gute daran: Zahnärzte können ihre Patienten positiv überraschen, weil es eben oft nicht so schlimm ist, wie sich die Patienten das oft vorstellen. 

Das geht so weit, dass das nervigste an einer Zahnimplantat Operation eigentlich das einspritzen ist. Denn ein fairer Zahnarzt wartet um die 15-20 Minuten bis sich das Lokalanästhetikum gründlich verteilt hat, sodass wirklich keine Schmerzen zu erwarten sind. Somit ist das "Warten bis die Spritze wirkt" eigentlich der größte Zeitfaktor bei einem Implantat. Da es meist Einzelimplantate sind, die wir setzen um Lücken zu schließen, dauert das einspritzen sogar in den meisten Fällen länger als die Operation selbst. Ein geübter Zahnarzt braucht bei guten Bedingungen für ein Implantat samt einspritzen nicht viel länger als 45 Minuten. 

Wenn die Umstände natürlich schwieriger sind und man mehrere Implantate gleichzeitig setzen will oder gleichzeitig einen Knochenaufbau machen möchte, dann kann sich die OP auf circa 2 Stunden verlängern. In Extremfällen 3 Stunden aber das ist eine Seltenheit im Praxisalltag. Hier würden spezielle Operationstechniken zum Einsatz kommen die bei 95% der Patienten nicht notwendig sind. 

In Summe lässt sich also sagen, dass ein Zahnimplantat meist schneller und angenehmer ist, als das Patienten erwarten. 

Wie pflegt man ein Implantat richtig?

  • Das klingt ja schon mal vielversprechend und kann sicher einigen unserer Leser schon mal die Angst vor einer bevorstehenden Zahnimplantat Operation nehmen. Wenn man es dann hinter sich hat und das Implantat sitzt... Was muss der Patient bei dem Implantat beachten und wie kann er das einheilen fördern?

Für eine Woche werden ja zuerst noch Nähte eingebracht, die die Wunde verschließen und dafür sorgen, dass das Implantat nach der Operation sauber einheilen kann. Das kann anfangs natürlich noch etwas zwicken hier und da, aber spätestens wenn die Nähte heraus kommen, ist alles wie vorher. Man merkt nicht, dass das Implantat jetzt 3 Monate einheilt. Um ein Einheilen zu gewährleisten empfehle ich meinen Patienten nicht zu rauchen und vielleicht lange ausgedehnte Spaziergänge um die Mikrodurchblutung zu fördern. Denn eine gute Durchblutung und ein gesunder Lebensstil sind neben einer guten Knochenqualität das Um und Auf bei der Implantat Haltbarkeit. 

Wenn das Implantat dann sitzt und fest verwachsen ist und wir einen schönen Zahnersatz drauf gemacht haben, dann ist die ordentliche Pflege sowohl für den Zahnarzt, als auch für den Patienten Pflicht. Regelmäßige Zahnreinigungen stehen im Fokus bei der Pflege von Implantaten. Denn nur wenn das Implantat richtig gepflegt wird, hält es auch außerordentlich lange im Mund des Patienten. 

Weiters kann der Patient zur Pflege der Implantate Interdental-Bürstchen und Interdental-Sticks verwenden um die Zwischentäume der Zähne und der Zähne zum Implantat sauber zu halten. Außerdem muss ein Implantat natürlich gleich wie jeder echte Zahn normal mit der Zahnbürste gereinigt werden. 

Ansonsten kann der Patient mit einem Zahnimplantat ganz normal fest zubeißen und muss bei der Pflege nichts weiteres beachten. 


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Was passiert wenn ein Implantat nicht einheilt?

  • Alles schön und gut. Aber ist schon einmal passiert, dass ein Implantat nicht einheilt? Was passiert dann mit dem Implantat und ist dann die Idee von der künstlichen Zahnwurzel durch ein Implantat für den Patienten für immer gestorben?

Natürlich ist mir schon einmal passiert, dass ein Implantat nicht einheilt. Jedem Zahnarzt der viele Implantate setzt wird das schon mehrmals erlebt haben. Manches mal sind die Bedingungen ausgesprochen gut und ein Implantat heilt nicht ein und manchmal glaubt man kaum an einen Erfolg und das iMplantat sitzt bombenfest. 

Die Gründe warum ein Implantat nicht einheilen sind dabei aber schon eher dem ungesunden Lebensstil oder schlechten Verhältnissen zuzuschreiben. Und natürlich der wichtigste Faktor ist das Rauchen. Bei Rauchern merkt man schon auch in der eigenen Praxis, das Wunden schlechter verheilen und Implantate nur erschwert einheilen. Bei Rauchern ist das Risiko das Implantat zu verlieren wirklich stark erhöht und nicht nur so daher gesagt. 

Aber auch vorübergehende Immunschwächen können ein Grund für ein nicht eingeheiltes Implantat sein. Und manchmal steht es in den Sternen warum ein Implantat nicht eingeheilt ist oder es weiß nur Gott. 

Wenn in Implantat nicht einheilt muss man aber nicht gleich den Kopf in den Sand stecken. Denn wenn ein Implantat nicht einheilt, dann wächst es einfach ganz normal heraus oder schaut oben beim Zahnfleisch raus. Die Patienten ziehen es dann meistens selbst schmerzfrei heraus und stehen dann mit dem Implantat in der Hand in der Praxis. 

Jetzt muss man die meisten Patienten beruhigen, denn natürlich schreckt es einen im ersten Moment wenn man die 2000 Euro Schraube plötzlich in der Hand hält, anstatt dass es fest im Kiefer sitzt, wo es eigentlich hingehöre. 

Kein Grund zur Sorge. Das Implantat setzen wir in unserer Ordination dann nach dem Verheilen des Knochens zu einem anderen Zeitpunkt einfach noch einmal und meistens heilt es dann auch ein. Es gibt dann eben eine Vielzahl von Gründen warum es einfach bei ersten mal nicht sein wollte. Aber da es schmerzfrei heraus kommt und dann kostenlos noch einmal eingebracht wird denke ich das auch in diesem seltenen Fall, wenn das Implantat nicht einheilt, eine Komplikation ist, mit der man leben kann. 

Ist das Implantat das zweite mal auch nicht eingeheilt muss man Behandlungsalternativen abwägen und den genauen Grund dafür suchen, warum das Implantat nicht eingeheilt ist. 

Aber wie gesagt, wir reden hier von 3% aller Implantat Operationen. Also ein Thema mit dem sich ein Patient, der vor einer Implantat Operation steht eigentlich gar nicht auseinander setzen muss. 

Implantat Ungarn: Schnäppchen oder Pfusch?

  • Spannende Sache! Jetzt habe ich natürlich vor diesem Interview auch selbst im Internet Dr.Google befragt und siehe da! In Ungarn kostet ein Implantat nur die Hälfte! Und sogar Schweizer Qualität. Was sich jetzt unsere Leser natürlich fragen: Was ist denn so gut an den österreichischen Implantaten, dass es einen doppelt so hohen Preis rechtfertigt?

 Ahhhh zwei meiner Lieblingsthemen gleich in einer Frage! Dr. Google und Ungarn. Ich denke mit dieser Frage bekommen Sie viele Zahnärzte in Österreich zur Eskalation. Hier wird es emotional!

Die eigene Recherche im Internet kann natürlich einen gewissen Überblick zu gewissen medizinischen Fragen geben. Natürlich habe ich selbst schon oft medizinische Themen oder Symptome gegoogelt. Ich denke jeder Arzt, der behauptet Google noch nie für Medikamente, Symptome, Krankheitsbilder oder Therapien verwendet zu haben lügt entweder oder steht wenige Tage vor seiner Pension seiner Praxis in Hintertupfing. 

Aber geht es nur mir so, dass wenn ich Symptome einer Krankheit im Internet suche sofort zur Überzeugung komme Krebs im Endstadium zu haben? 

Natürlich müssen sich hier die Seitenbetreiber jener medizinischen Plattformen absichern und müssen jede mögliche Krankheit zu den Symptomen auflisten. Der Mensch neigt halt dazu immer von dem Schlimmsten auszugehen. Eines ist sicher, auf diese Weise lässt sich bestimmt kein persönlicher Beratungstermin bei einem Zahnarzt ersetzen. Dieser ist oft kostenlos und jeder Mensch ist außerdem anders und vielschichtig.

Was für den Einen gut ist muss nicht für den Anderen auch automatisch gut sein! Medizin ist ein stark individuell abhängiges Unterfangen. Und so unterschiedlich die Therapien bei verschiedenen Patienten sein können so unterschiedlich sind oft die Methoden der Zahnärzte.

Nicht umsonst gestaltet sich die Suche nach dem richtigen Zahnarzt oft schwer. Arztvergleichs-Plattformen sind im Aufwind und Onlinebewertungen von Praxen wichtiger denn je.  Also stehen Zahnärzte natürlich so wie auch andere Ärzte Internet-Recherchen skeptisch gegenüber. 

Nicht viel anders sieht da die Skepsis gegenüber einem ungarischen Implantat Zahnersatz aus!

Aber wenn wir uns ehrlich sind bin ich eigentlich der falsche Ansprechpartner für eine derartige Frage, da ich erstens als österreichischer Zahnarzt immer behaupten werde österreichische Zahnärzte sind besser und zweitens ich ja nur die schlechten ungarischen Implantate sehe. Ich bin davon überzeugt, dass der beste ungarische Zahnarzt besser ist, als der schlechteste österreichische Zahnarzt. Denn Patienten, die gut mit ungarischen Implantaten leben werden kaum beim österreichischen Zahnarzt aufschlagen.

Es gibt auch Patienten, die es bereut haben in ungarische Implantate investiert zu haben. Wenn diese Implantate nicht in Ordnung waren mussten erst wieder andere teure Implantate gemacht werden und der Patient musste doppelt zahlen. Aber wie gesagt die Ergebnisse sind da sehr unterschiedlich und eine generelle Aussage zu diesem Thema ist sehr schwer zu treffen. Das ist auch wahrscheinlich der Grund warum diese Frage Gegenstand vieler Diskussionen ist. 

 

Erfahrung ungarisches Implantat

Da ungarische Zahnärzte andere Richtlinien wie österreichische Zahnärzte haben erkennt ein österreichischer Zahnarzt ungarische Implantate oft sehr schnell. Anhand des Röntgenbildes und wie die Implantate versorgt sind hat der Zahnarzt schnell eine Vermutung ob es sich um ungarische Implantate handeln könnte. 

Wenn man nun mit Problemen bei einer großen ungarischen Implantat-Versorgung zu einem österreichischen Zahnarzt geht, hilft der österreichische Zahnarzt dem Patienten zwar weiter, aber es erweckt im Zahnarzt schon den Anschein, dass er die Arbeit, die scheinbar Probleme verursacht und die nicht von ihm ist,  wieder in Ordnung bringen muss.

Der österreichische Zahnarzt verdient an einer Schmerzbehandlung meist weniger  als mit den Implantaten und dem damit verbunden Zahnersatz. Somit fragt sich der österreichische Zahnarzt warum der Patient nicht gleich von Anfang an zu ihm gekommen ist und mit dem Zahnarzt eine Vertrauensbasis aufgebaut hat um auch in Zukunft abgesichert zu sein. 

Ein weiteres Problem ist die Haftung. Denn man stelle sich vor bei der ungarischen Arbeit entsteht durch den österreichischen Zahnarzt und dessen Schmerzbehandlung ein unvermeidlicher Schaden! Patienten könnten dann den österreichischen Zahnarzt dazu drängen die gesamte Arbeit kostenfrei zu erneuern, da er ja derjenige war der die ungarischen Implantate kaputt gemacht hat.

Frei nach dem Motto: Die Arbeit war ja in Ordnung, sie hat mir nur weh getan! 

Kommt ein Zahnarzt in eine derart unangenehme Situation, dass er einerseits dem Patienten helfen will, andererseits aber fürchtet Geld, seinen Ruf und rechtliche Konsequenzen aufs Spiel zu setzen, wird es nicht nur für den Patienten sondern auch für den Zahnarzt unangenehm. 

Um derartige Missverständnisse zu vermeiden empfiehlt es sich direkt einen österreichischen Zahnarzt aufzusuchen. Denn man kann nicht jedes mal wenn man Schmerzen hat wieder ins Ausland fahren um eine schnelle Schmerzbehandlung zu erhalten. 

Österreichische Zahnärzte setzen bei Patienten oft auf hochwertige Hersteller und Materialien. Als Beispiel werden Implantate von führenden Herstellern verwendet, die auch garantiert noch in vielen vielen Jahren Ersatzteile für die Implantate liefern. Denn man kann oft Implantate so umbauen, dass die Implantate auch dann noch nützlich sind, wenn sich die Situation im Mund ändert. 

Liegen keine Informationen zu den Implantaten im Mund vor oder der Implantat Hersteller ist vor vielen Jahren in Konkurs gegangen wird die Beschaffung der Ersatzteile oft schwierig. Natürlich kosten da Implantate des Marktführers nicht nur dem Patienten, sondern auch dem Zahnarzt mehr.  



Kosten für ein Zahnimplantat

Die Kosten für ein Zahnimplantat in Österreich können sehr unterschiedlich sein. Zu beachten ist ob im Preis nur die Schraube an sich beinhaltet ist, oder der gesamte Zahn mit der Implantatkrone. 

Ein kompletter Zahn kostet dabei zwischen 1800-2400 Euro. Hierbei sollten alle anfallenden Kosten für den gesamten Zahnersatz inbegriffen sein. Sollte nur die Schraube verrechnet werden, so kostet die Schraube, also das Zahnimplantat selbst rund 1000 Euro. 

Ein Knochenaufbau mit Knochenersatzmaterial verursacht oft zusätzliche Kosten. Hierbei kommt es auch sehr darauf an welches Material verwendet wird und die Kosten für Knochenaufbauten variieren noch stärker als bei den Zahnimplantaten selbst. Hierbei werden ungefähr zwischen 350 bis 1500 Euro verrechnet. 

Weitere Spannende Themen:

In unserem Onlineblog posten wir regelmäßig spannende Artikel zum Thema Zahngesundheit. Neben dem Verkauf von innovativen nachhaltigen Produkten in unserem Onlineshop sind wir vor allem daran interessiert Menschen rund um das Thema Zahngesundheit aufzuklären. Gemeinsam mit Zahnärzten versuchen wir dieses Ziel zu erreichen. 

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Kommentare: 1
  • #1

    David (Samstag, 28 September 2019 15:24)

    Ich stehe selbst kurz vor einem Implantat mit Knochenaufbau und hab auf keiner anderen Seite einen derart übersichtlichen praktischen Artikel gefunden. Vielen Dank für den tollen Artikel!