Zero Waste

Ein Leben ohne Müll?

Das tägliche Leben meistern, einen Haushalt führen - das alles, ohne dass Müll anfällt? Klingt schwierig, doch es ist möglich - und in Zeiten wachsender Müllberge und großflächiger Müllinseln im Meer sogar bitter notwendig. In diesem Blogartikel stellen wir das Thema Zero Waste vor, ein Konzept, das in den letzten Jahren immer mehr Zulauf erfahren hat und in unserer Gesellschaft einen immer größeren Platz einnimmt.

Definition von Zero Waste

Das Konzept Zero Waste beschreibt das Vorhaben, den Müllberg, der von jeder Person, jeder Familie, jedem Haushalt, jeder Organisation und jedem Unternehmen produziert wird, zu reduzieren. Zusätzlich sollen so wenige Ressourcen wie möglich verschwendet werden und die Abfallmenge möglichst klein gehalten werden.
Das Fazit heißt also: Wieder lernen zu leben in einer Art und Weise die wenig bis gar keinen Abfall  anfallen lässt. Hierbei stehen vor allem unnötige Verpackungen im Fokus, die die Müllberge sinnlos wachsen lassen.

Der Ursprung von Zero Waste

Populär wurde das Konzept Zero Waste im Jahr 2008 durch die Amerikanerin mit französischen Wurzeln Bea Johnson. In ihrem Blog beziehungsweise Buch „Zero Waste Home - Glücklich leben ohne Müll“ stellte sie das Konzept Zero Waste erstmals einer breiten Öffentlichkeit vor - der Bestseller wurde später sogar in 20 Sprachen übersetzt.
Heute verdient sie ihr Geld als Zero Waste Lifestyle-Expertin und produziert zusammen mit ihrer Familie - unglaublich aber wahr - nur einen Liter Müll im Jahr!

Warum eigentlich Zero Waste?

Es gibt eine ganze Reihe von Gründen, warum man damit beginnen sollte, seine eigene Müllproduktion zu verringern. Wir haben die Top 3 gesammelt:
1. Umweltschutz
Plastikmüll ist nicht biologisch abbaubar und bleibt teilweise über Jahrzehnte in unserer Umwelt bestehen. Wir alle haben schon einmal Fotos von Fischen oder Meeresvögeln gesehen, die sich in einem Stück Plastik verfangen haben und dabei gestorben sind. Doch nicht nur das: Da sich Plastik im Meer immer mehr verkleinert, nehmen es Fische irgendwann zusammen mit ihrer Nahrung auf - und wir dann wieder mit den Fischen. Klingt unappetitlich - ist es auch.
2. Energie und Ressourcen
Ohne Frage, einige Dinge des alltäglichen Gebrauchs müssen in der einen oder anderen Weise verpackt sein. Leider findet man in Läden aber auch viele Verpackungen, die nicht notwendig sind und die es aber trotzdem gibt. Auch sie müssen produziert werden - produziert, um von uns gleich nach dem Einkauf entsorgt zu werden. Damit verschwenden wir nicht nur wertvolle Ressourcen, sondern auch Energie, die man besser für andere Dinge nutzen könnte.
3. Gesundheit
Die Zusatzstoffe, die sich beispielsweise in Plastikverpackungen befinden, können teilweise in die Dinge, die darin verpackt sind, übergehen. Handelt es sich dabei auch noch um ein Lebensmittel, können wir diese dann durch unsere Nahrung zu uns nehmen - und das kann Auswirkungen auf unsere Gesundheit haben. Noch ist zwar nicht restlos geklärt, wie sich zum Beispiel Weichmacher im Körper verhalten, doch nur einige mögliche Folgen sind etwa Allergien oder sogar Krebs.

Wie setzt man Zero Waste um?

Doch jetzt stellt sich vor allem eine Frage: Wie lebt man denn nun Zero Waste? Das Ganze klingt ja doch recht aufwändig und kompliziert. Aber keine Sorge: Der erste Schritt muss kein großer sein. Auch wer klein beginnt, kann sein Leben und seine Müllproduktion Schritt für Schritt umstellen.
An erster Stelle steht die Information: Internetrecherchen, Blogs, Artikel zum Thema Zero Waste können Anstöße dafür geben, wie man künftig mit weniger Müll auskommen könnte.
Danach kann man anfangs ein einziges Produkt oder eine einzige Sache auswählen, die man fortan ohne Verpackung kaufen möchte oder bei der man Verpackung einsparen möchte - wie gesagt, man sollte sein Leben Schritt für Schritt umstellen. Dazu kann man beispielsweise auch seine eigenen Behälter zum Einkaufen mitbringen: Stofftaschen, verschließbare Dosen usw.
Weiters sollte man offen verkaufte Lebensmittel den bereits verpackten vorziehen - hier bieten lokale Märkte oder auch Bioläden eine Bandbreite an nicht verpackten Lebensmittel wie etwa Gemüse und Obst, die man in seinen eigenen Behältern mit nach Hause nehmen kann.
Wer weiter gehen möchte kann sogar seine eigenen Produkte herstellen - und damit noch mehr Verpackung einsparen. Online gibt es zahlreiche Anleitungen, Reinigungsprodukte oder Kosmetika selbst herzustellen. Diese haben oftmals sogar noch den Vorteil, umweltfreundlicher und mit weniger Zusatzstoffen versehen zu sein.

Einfach ein bisschen recherchieren - die Möglichkeiten, Müll zu reduzieren und eigentlich verpackte Produkte einfach selbst herzustellen, sind nicht enden wollend. Und natürlich sparen auch unsere biologisch abbaubaren Zahnbürsten von Apfeldental, die einfach im Biomüll entsorgt werden können, Unmengen an Plastikmüll.

Und ganz besonders wichtig: Zero Waste bedeutet nicht, von heute auf morgen seinen kompletten Müll loszuwerden - viel mehr bedeutet es, sich bewusst zu werden, was man konsumiert und mit diesem neuen Bewusstsein müllreduzierter zu leben.


Müllproduktion in Europa?

Zum Abschluss haben wir noch eine Auflistung der größten Müllproduzenten in Europa, die vielleicht als kleiner Ansporn dienen kann, seinen Müll zu reduzieren. In einer Statistik des Statistischen Amts der Europäischen Union (Eurostat) aus dem Jahr 2014 wird folgendes kommunales Müllaufkommen pro Kopf deutlich:

Dänemark: 758 Kilo
Deutschland: 618 Kilo
Zypern: 617 Kilo
Luxemburg: 616 Kilo
Frankreich: 509 Kilo
Italien: 488 Kilo
Vereinigtes Königreich: 482 Kilo

Alle liegen damit recht deutlich über dem EU-Schnitt von 474 Kilo pro Kopf und Jahr. Doch es gibt auch erfreulichere Zahlen: So befinden sich etwa Tschechien (310 Kilo) oder Polen (272 Kilo) weit unter dem EU-Durchschnitt.

Linktipp

Auf der Homepage von Zero Waste Austria gibt es noch weitere Infos zum Thema müllfreies Leben, aber auch Blogposts, Infos, Kontakte und noch viel mehr.

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