Müllaufnahmestopp

Europa steigt sein Müll zu Kopf

China, ein großer Abnehmer von Europas Plastikmüll, hat einen Importstopp auf Plastikmüll und verschiedene weitere Arten von Müll verhängt. Doch was bedeutet das nun für Europa und die Weltgemeinschaft? Welche Konsequenzen drohen? Und welche möglichen Lösungen gibt es?

Vorgeschichte

China hat sich in den vergangenen Jahren einen Namen als einer der wichtigsten Müllimporteure gemacht. 56 Prozent aller Plastikabfälle weltweit werden nach China gebracht, meistens werden diese in großen Containerschiff in die Volksrepublik verschifft. Die größten Lieferanten von unsortiertem Plastikmüll sind die USA und Japan, darauf folgen bald Deutschland und Großbritannien. Die EU-Mitgliedsstaaten verschiffen 87 Prozent aller Plastikabfälle nach China, wo der Müll teilweise noch per Hand sortiert und dann zur Herstellung von Kunststoffen genutzt wird. Teilweise wird er aber auch verbrannt. Chinas Müllimporte begannen in den frühen 90er-Jahren. Dass darunter schon damals giftige Stoffe zu finden waren und die Arbeitskräfte oft auch schädlichen Stoffen ausgesetzt waren, kümmerte in China lange Zeit niemanden. Doch damit ist jetzt endgültig Schluss.

Importstopp

Seit dem 1. Jänner 2018 gilt nämlich ein Importstopp für verschiedene Recyclingmaterialien – darunter unsortierter Plastikabfall, Altpapier, alte CDs und alte Textilien. Die Begründung der chinesischen Regierung: Der Müll sei zu dreckig und zu gefährlich. Man wolle die Umwelt und die Gesundheit der Menschen schützen und nicht mehr als weltweite Müllkippe einspringen, so die chinesische Staatsspitze. Zudem nimmt der eigene Müll im Land zu: Die Wirtschaft boomt und die Bevölkerung wächst parallel dazu rasant an, was zu großen Mengen Müll und zahlreichen Umweltproblemen geführt hat. Viele Städte Chinas ersticken im dichten Smog, zahlreiche Gewässer sind bereits verschmutzt. Deswegen hat sich die chinesische Regierung jetzt Strategien zum Schutz der Umwelt verschrieben – dazu zählen unter anderem eben der erklärte Aufnahmestopp von ausländischem Müll.


Konsequenzen

Doch welche Konsequenzen hat dieser Importstopp jetzt für die Weltgemeinschaft und im Speziellen für Europa? Die erste und sichtbarste Konsequenz ist mit Sicherheit, dass der früher exportierte (Plastik)Müll jetzt in den Ursprungsländern verbleibt. Anstatt ihn also einfach bequem zu verschicken, müssen sich die jeweiligen Staaten Lösungen überlegen, um mit den so wachsenden Müllbergen umzugehen. Wenn die einfachste Lösung, das Exportieren, wegfällt, verbleiben also nur noch drei Optionen: Recyceln, verbrennen oder auf die Deponie. Doch die Müllverbrennungsanlagen sind schon jetzt, wegen des Mülls den wir ohnehin behalten, ausgelastet. Mülldeponien benötigen wertvolle Fläche, außerdem werden beim Müllabbau Klimagase frei, die den Klimawandel weiter vorantreiben.

Lösungsmöglichkeiten

Die Lösung für das auftretende Problem der drohenden Müllüberlastung ist der Ausbau von Recycling- und Sortieranlagen und eine generell größere Bereitschaft, Plastik zu recyceln und recyceltes Plastik auch zu verwenden. Für die Umwelt ist es in der Regel besser, Recyclingmaterialien einzusetzen, weil das unterm Strich Rohstoffe und auch Treibhausgase einspart.
Noch ist aber der Widerstand der Industrie, also etwa beispielsweise der Verpackungshersteller, groß, Recyclingkunststoffe einzusetzen. Es wird aber kein Weg daran vorbei führen, zukünftig recyceltes Plastik in der Produktion zu verwenden. Attraktiver gemacht werden könnte die Verwendung von recycelten Kunststoffen beispielsweise durch steuerliche Vergünstigungen für die Hersteller. Notfalls könnten auch Mindestvorgaben zur Verwendung von recycelten Rohstoffen gesetzlich vorgeschrieben werden, was von diversen europäischen Regierungen bereits angedacht wird.
Ein weiterer Schritt wäre das schon teilweise durchgesetzte Verbot von Plastiktaschen, das beispielsweise schon in ganz Italien gilt. Setzt man ein solches europaweit um, ließe sich ein großer Bestandteil des europäischen Müllvolumens einsparen.

 

Was kann man als Verbraucher tun?

Als Verbraucher kann man versuchen am Abfall zu sparen, wo immer es möglich ist. Außerdem sollte man beim Einkauf von Plastikprodukten darauf achten, zu recyceltem Plastik zu greifen, um so den Druck auf Produzenten zu erhöhen, mehr recyceltes Plastik bei der Produktion zu verwenden. Natürlich ist es dabei auch wichtig, seinen Plastikmüll sauber zu trennen, um dadurch das Recyclen überhaupt erst möglich zu machen und zu vereinfachen.
Man kann zudem auch einfach unnötiges Plastik reduzieren, also beispielsweise Einwegflaschen und andere Plastikartikel weglassen. Beim Einkaufen kann man eine Stofftasche mitnehmen, um nicht auf Plastiktaschen angewiesen zu sein. Und auch mit unseren biologisch abbaubaren Bambuszahnbürsten von Apfeldental spart man unnötiges Plastik.
Als Anstoß dazu  dazu kann auch unser Blogpost zum Thema Zero Waste und einem Leben ohne Müll dienen.

 

Linktipp

Der Standard diskutiert in seinem Artikel vom 7. Februar 2018 das Thema Importstopp für europäischen Müll in China.

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Sebastian (Sonntag, 25 Februar 2018 19:22)

    Danke für den interessanten Artikel!