Röntgen

Das Röntgen

Erfinder, Geschichte und Anwendung in der Praxis

Das Röntgengerät und die daraus entstehenden Bilder sind seit nun fast mehr als 120 Jahren Bestandteil der täglichen medizinischen Praxis. In diesem Artikel geben wir Aufschluss über die Entstehungsgeschichte des Röntgens und wozu Röntgen in der Medizin verwendet werden. Zusätzlich finden sich Risiken und Nebenwirkungen in dem folgenden Expertenartikel. 

Röntgen

Dieses Bild ist nicht aus einem Horrorfilm entliehen, nein, es zeigt ein Röntgenbild der menschlichen Zähne, so wie es weltweit täglich millionenfach angefertigt wird. Es ist eines der wichtigsten Diagnosehilfen für Ärzte. Hierbei spricht der Experte von einem Orthopantomogramm. Im folgenden lesen Sie wie ein Zahnarzt ein Orthopantomogramm anfertigt und dieses interpretiert. 

Der Erfinder Wilhelm Röntgen

Wilhelm Röntgen (1845-1923) war ein deutscher Physiker und Entdecker der Röntgenstrahlen. Seine Entdeckung war so genial, dass er den aller ersten Nobelpreis für Physik verliehen bekam. Umso erstaunlicher, dass Röntgen in der Schule als Faulenzer galt. Sein Fleiß in den Schulzeugnissen wurde als zu mäßig bezeichnet. 

Sein schulischer Höhepunkt jedoch war wahrscheinlich der Tag, als Röntgen von der Schule geflogen ist. Denn einer seiner Klassenkameraden hatte eine Karikatur des Lehrers angefertigt, wo Röntgen fälschlicherweise als Schöpfer beschuldigt wurde. 

Das hat Röntgen jedoch nicht abgehalten 1869 an der Universität Zürich zu promovieren. 1895 gelang dem findigen Physiker dann der Durchbruch - die Entdeckung der X-Strahlen. Später in Röntgenstrahlen umbenannt, war es die Hand einer Frau die das erste Röntgenbild darstellte. Darauf der Ehering und die Knochen der Frau klar sichtbar. 

1901 erhielt Röntgen den ersten Nobelpreis für die Entdeckung seiner Röntgenstrahlen. 1923 erlag Wilhelm Röntgen dem Darmkrebs und die Reste seines Vermögens gingen an wohltätige Einrichtungen. 

erstes Röntgen

Das moderne Röntgen

Das Röntgenbild, kurz Röntgen oder die Röntgendiagnostik ist ein weit verbreitetes Verfahren. Ein Röntgenstrahler bestrahlt dabei den Körper und die Röntgenstrahlen treffen nach der Durchdringung auf einen geeigneten Film. So zumindest läuft die veraltete konventionelle Radiographie ab. Die moderne Variante der Radiographie ist das digitale Röntgen. 

Hierbei kommen statt Filme Sensoren zum Einsatz. Diese so entstandenen Röntgenbilder können dann digital auf einem Computer gespeichert werden und digital weiterverarbeitet werden. Im Gegensatz zur konventionellen Radiographie bietet das digitale Röntgen eine bessere Darstellung und bietet so eine genauere Diagnostik. 



Anwendung in der Medizin

Da die Röntgenstrahlen in den unterschiedlichen dichten Gewebe unterschiedlich stark absorbiert werden, treffen schlussendlich auch am Röntgensensor unterschiedlich starke Röntgenstrahlen auf. Dadurch kann nun ein schwarz-weiß Bild generiert werden, dass diese Intensität der Röntgenstrahlen abbilden kann. 

Röntgenschirm

Durch diesen Effekt lassen sich vor allem in der Knochendiagnostik viele Schlüsse ziehen. So kann man beispielsweise schnell und klar beurteilen ob ein Knochen gebrochen ist oder Entzündungsherde oder gar Karzinome im Körper vorhanden sind. 

Röntgen Finger Schiene

Bei hellen Stellen am Röntgenbild spricht der Arzt von Verschattungen und bei dunklen Stellen von Aufhellungen. Zusätzlich kann der Arzt Kontrastmittel anwenden um etwaige Gänge am Röntgenbild sichtbar zu machen. Für unterschiedliche Aufnahmen können auch unterschiedliche Qualitäten an Röntgenstrahlung angewandt werden. Hierbei spricht man vom kV Wert. kV steht für Kilovolt und gibt die Spannung an, die der Röntgenröhre zugeführt wird. Je nach Körperbereich werden also unterschiedliche Spannungen angewandt. 

Zur Darstellung von Fettgewebe wie der Mammografie kommen etwa 25- 35 Kilovolt zur Anwendung. Für restliche Röntgenbilder etwa 100 Kilovolt. Je niedriger der kV Wert desto weicher ist die Strahlung und desto genauer können Gewebeunterschiede sichtbar gemacht werden. 

Funktionsweise eines Röntgenstrahlers

In der Röntgenröhre werden Elektronen durch eine Kathode stark beschleunigt und anschließend durch eine Anode stark abgebremst. Dabei entsteht Bremsstrahlung, die Röntgenstrahlung.

Röntgenstrahler

Anbei die schematische Darstellung eines Röntgenstrahlers. Durch die rote Spannung U (kV-Wert) beschleunigt die Kathode (K) Elektronen (-). Diese prallen auf die Anode (A), es entsteht X-Strahlung (X), die Röntgenstrahlung. 

Gefahren und Strahlenschutz

Da abhängig von der Strahlendosis die Röntgenstrahlung auf den menschlichen Körper schädlich wirken kann gibt es Strahlenschutzverordnungen. Um die Strahlenbelastung zu definieren liegt die Maßeinheit Sievert vor. Zum Schutz vor Röntgenstrahlen finden sich oft Bleischürzen sowie Wände oder eigene Röntgenräume, in denen die Strahlung abgeschirmt wird. 

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