Die 5 wichtigsten Medikamente

Die wichtigsten Medikamente der Welt

Liste der wichtigsten Medikamente aller Zeiten.

In diesem Artikel stellen wir euch die 5 wichtigsten Medikamente vor. Außerdem erfährt Ihr alles über die Entdeckung der Medikamente, wie wichtig diese war und wie viele Menschenleben durch diese Medikamente gerettet wurden. 

Egal ob Pest, Cholera oder Malaria. In unserem Artikel über die tödlichsten Krankheiten aller Zeiten haben wir euch bereits gezeigt, was Krankheiten anrichten können. Nun möchten wir euch die Top 5 Liste der wichtigsten Medikamente aller Zeiten geben. 

Pillen Medikament

1. Penizillin

Penizillin war das erste Antibiotikum aller Zeiten. Sir Ian Fleming schuf sich durch die Entdeckung des genialen Wirkstoffes ein ewiges Denkmal, dessen Bedeutung ihm noch lange über seinen Tod hinaus Ruhm und Ehre bringt. 

Jedoch dessen Entdeckung verdankt er nicht seinem genialen Intellekt!  Vielmehr war die Entdeckung des Wirkstoffes ein glücklicher Zufall. Aber wie schon Thomas Jefferson (Gründervater der Vereinigten Staaten von Amerika und dritter amerikanischer Präsident) sagte: "Je härter ich arbeite, desto mehr Glück scheine ich zu haben". 

Der Glückstag für Fleming war der 3. September 1928 als er vor den Sommerferien im St. Marys Krankenhaus in London eine Schale mit Bakterien ansetzte. Hierbei verwendete er eine Agarplatte, die er absichtlich mit Staphylokokken impfte. Weiter unbeachtet legte er die Platte bei Seite. Am 28. September, bei der Rückkehr aus den Ferien fiel sein Blick auf die zuvor angesetzte Agarplatte und entdeckte Erstaunliches. 

Auf der Agarplatte hatte sich ein Schimmelpilz gebildet, in dessen unmittelbarer Nachbarschaft sich die Bakterien nicht weiter vermehrt hatten! Der Schimmelpilz Penicillium notatum konnte nun der Agarplatte entnommen werden und Fleming nannte den Wirkstoff Penizillin.

Fleming mit Penicillin

Trotz dieser Erkenntnis kam Fleming nicht auf die Idee aus dem Penizillin ein Medikament zu machen. Es dauerte noch weitere 10 Jahre bis Chain und Florey systematisch Penicilline erzeugten. Fleming, Chain und Florey erhielten 1945 gemeinsam den Nobelpreis für die Entdeckung des Penicillins. 

  • Skurrile Randnotiz: Zu Beginn der systematischen Penizillin-Erzeugung fiel es den Produzenten des Wirkstoffes so schwer genügend Mengen herzustellen, dass sogar aus dem Urin der behandelten Personen überschüssiges Penizillin wiederverwendet wurde!

Penizillin findet auch heute noch in der Medizin regelmäßige Anwendung. Der häufige Einsatz von Penizillin führt jedoch dazu, dass immer mehr Menschen eine Resistenz gegenüber dem Wirkstoff entwickeln. Hier können Forscher jedoch laufend neue Antibiotika entwickeln. Penizillin hat im laufe der letzten Jahrzehnte unzählige Menschenleben gerettet. 

Zu Ehren von Fleming wurde auf den Färöer Inseln sogar eine eigene Fleming Briefmarke kreiert. 

Färöer Marke Fleming


2. Insulin

Früher war die Diagnose Diabetes ein Todesurteil. Durch die Entdeckung des Wirkstoffes Insulin können Menschen, die an Diabetes erkrankt sind ein normales Leben führen. 

Diabetes Insulin

Hier zeigen wir euch die wundersame Entwicklung und Geschichte des Insulins:

  • 1921 gelang es Banting Frederick und Best Charles das Insulin in eine injezierbare Form zu bringen. Zuvor hatte Langerhans Paul zwar die Inselzellen der Bauchspeicheldrüse entdeckt und einige weitere Forscher haben versucht den Stoff zu isolieren, was jedoch erst 1921 gelang. Nach zwei Jahren wurde für diese revolutionäre Errungenschaft der Nobelpreis für Physiologie und Medizin vergeben. 
  • Bereits einige Monate später erhielt ein kanadisches Kind als erster Mensch eine Insulin Injektion, welche das Kind vom eigentlichen Todeskandidaten wieder zum quietsch-vergnügten Jungen machte. 
  • in den 50er und 60er entdeckte man die Form und Eigenschaften von Insulin weiter und konnte das Insulin 1963 erstmal chemisch synthetisieren. Für Friedrich Sanger lies das Nobelpreiskomitee für die Entdeckung der Struktur des Insulins wieder einen Nobelpreis springen. 
  • In den folgenden Jahren wurde das Insulin immer weiter entwickelt und Verfahren geschaffen, die eine noch schnellere Insulin Produktion ermöglichen.  

Unglaublich: Frederick Banting und Charles Best verzichteten ein Leben lang auf patentrechtliche Einnahmen, was sie für Diabetes Kranke zu Helden macht. In Folge konnten Millionen von Menschenleben gerettet werden. 


3. Immunisierung durch Impfstoffe

Schutzimpfungen konnten im Laufe der Geschichte unzählige Menschenleben retten und Epidemien eindämmen. Das Ziel ist es den Patienten durch eine Impfung vor übertragbaren Krankheiten zu schützen. Hierbei wird das Immunsystem gegenüber bestimmter Stoffe aktiviert. Anfangs wurden Impfungen zum Schutz vor viralen und bakteriellen Infektionskrankheiten eingesetzt. Heute stehen auch Krebsimpfstoffe für Krebsimmuntherapien zur Verfügung. 

Impfung

Liste von Impfungen

Wie wichtig Impfungen und die damit einhergehende Immunisierung ist, soll die folgende Liste zeigen. Diese zählt jene Krankheiten auf, gegen die bereits erfolgreiche Impfungen durchgeführt wurden. Man kann nur erahnen wie viele Menschenleben durch diese Maßnahmen gerettet wurden: 

  • Pocken (Variola-Virus)
  • Tollwut (Rabies-Virus)
  • Typhus (Salmonella Typhi-Bakterien)
  • Cholera (Vibrio cholerae-Bakterien)
  • Pest (Yersinia pestis)
  • Diphterie (Corynebacterium diphteriae-Bakterien)
  • Keuchhusten (Bordetella pertussis Bakterien)
  • Tuberkulose (Mykobakterienarten)
  • Tetanus (Clostridium tetani-Bakterien)
  • Grippe (Influenzavirus)
  • Gelbfieber (Gelbfieber-Virus)
  • Fleckfieber (Rickettsien-Bakterien)
  • Kinderlähmung (Poliovirus)
  • Mumps (Mumpsvirus)
  • Masern (Masernvirus)
  • Röteln (Rötelnvirus)
  • FSME (FSME-Virus)
  • Windpocken (Varizella-Zoster-Virus)
  • Lungenentzündung (Pneumokokken Bakterien)
  • Hepatitis B (Hepatitis B Virus)
  • Meningitis (Meningokokken Bakterien)
  • Haemophilus Influenzae Typ B (Bakterien)
  • Hepatitis A (Hepatitis A Virus)
  • Schwerer Durchfall (Rotavirus)
  • Gebärmutterhalskrebs (Humane Papillomviren)
  • Japanische Enzephalitis (Jap. Enzephalitis)
  • Meningokokken Typ B (Neisseria-menigitidis Bakterien)

Bereits ab 1867 begannen im deutschen Reich und in England nationale Impfprogramme. Allerdings kam es durch Verunreinigungen der frühen Impfstoffe manchmal auch zu Unfällen. So beispielsweise beim Lübecker Impfunglück, bei dem 77 Kinder aufgrund des kontaminierten Impfstoffes den Tod fanden. Dies führte in der Folge zu einem öffentlichen Diskurs, woraus das moderne Medizinrecht entstand.



4. Blut-Verdünner und Blutdrucksenker

Herzkreislauf Erkrankungen Stellen in Österreich die häufigste Todesursache dar. Im Jahr 2015 sind circa 44% an Herzkreislauf Erkrankungen gestorben. Das sind fast 36000 Todesfälle pro Jahr. So zeigt es sich schnell, dass ein funktionierendes Herzkreislauf-System lebensnotwendig ist. 

Die Liste der angewandten Medikamente für Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist lang. Hier kommen unter anderem ACE-Hemmer, ASS, Betablocker, Diuretika und Statine zum Einsatz. Durch die Einnahme dieser Medikamente kann das Risiko an Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erkranken gemindert werden. 

Herz Kreislauf

Liste der Blutkreislauf Medikamente:

In der folgenden Liste erklären wir kurz welche Medikamente zur Unterstützung des Blutkreislaufes zum Einsatz kommen:

  • ACE Hemmer (Angiotensin Converting Enzym-Hemmer): Werden verwendet um den Blutdruck zu senken und einer Herzmuskel-Schwäche entgegen zu wirken. 
  • Acetylsalicylsäure (ASS): Unter dem Handelsnamen Aspirin (Bayer AG) bekannt wird ASS niedrig dosiert zur Hemmung der Thrombozytenaggregation eingesetzt. So kann bei Gefäßverengung das Risiko eines Herzinfarktes oder eines Schlaganfalles herabgesetzt werden.
  •  Alprostadil (Prostaglandin E1): Wird in der Angiologie als vasoaktive Substanz eingesetzt. Dieser Arzneistoff fördert die Durchblutung und setzt die Blutgerinnung herab.  Die vasodilatorische Eigenschaft, also die Fähigkeit Gefäße zu erweitern und damit den Blutfluss zu gewährleisten, bildet die Grundfunktion dieses Wirkstoffes. 
  • Betablocker (Betarezeptorenblocker): Diese Arzneistoffe blockieren quasi die Wirkung des Stresshormons Adrenalin. Die Einnahme führt zur Senkung der Ruheherzfrequenz und des Blutdrucks. 
  • Kalziumantagonisten: Kalziumantagonisten oder Calciumkanalblocker verringern den Einstrom von Calcium Ionen in glatte Gefäßmuskelzellen. Das führt in der Folge zu einer Erweiterung des Gefäße, also wieder zu einer Vasodilatation. 
  • Digitalis (Glykoside): Kommen natürlich in verschiedenen Pflanzenarten vor. So wird Digitalis aus der giftigen Heilpflanze dem Fingerhut gewonnen. Der gewonnene Wirkstoff steigert die Schlagkraft des Herzens und die Herzfrequenz wird gesenkt. 
  • Diuretika: Diuretika sind Arzneimittel, die zu einer vermehrten Ausscheidung von Urin führt. Die Einnahme ist dann sinnvoll, wenn der Patient aufgrund einer Herzinsuffizienz zu viel Wasser im Körper anreichert. 
  • Statine: Statine sind fettsenkende Medikamente. Diese setzen den Cholesterinspiegel herab. 


5. Virostatika:

Ein Virostatikum wird gegen die Vermehrung von Viren eingesetzt. Virostatika werden dabei häufig zur Behandlung von Infektionskrankheiten eingesetzt. Das Paradebeispiel für den Einsatz von Virostatika ist der Einsatz in der HIV Therapie. Durch eine gezielte Wirkstoffkombination und ein geschicktes Management der Nebenwirkungen kann der HIV infizierte Patient dennoch ein normales Leben führen. Die Lebenszeit wird also deutlich verlängert. 

Momentan leben etwa 36 Millionen Menschen weltweit mit HIV, wodurch der Einsatz von Virostatika unerlässlich ist. 

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Über den Autor:

Autor Expertenartikel Dr. Peter Klein

Dr. Peter Klein

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Kommentare: 2
  • #1

    Fesus-Topic85 (Samstag, 09 Juni 2018 10:40)

    Danke für die tolle Übersicht! Liebe Grüße aus dem Burgenland! Weiter so - mir gefallen eure Artikel wirklich gut!

  • #2

    Sophie (Sonntag, 10 Juni 2018 09:27)

    Sehr spannender und informativer Artikel. Eure Bambuszahnbürsten find ich auch klasse, macht bitte weiter so!