Homöopathie

Homöopathische Mittel

Globuli, Nux Vomica D12 und andere homöopathische Mittel

Globuli wie Nux Vomica D12 sind kleine weiße Kügelchen, die in der Alternativmedizin Anwendung finden. Durch homöopathische Zubereitung sollen Globuli in der Bach-Blütentherapie oder bei Schüßler Salzen Schmerzen lindern und Krankheiten bekämpfen. Allein in Österreich haben mehr als die Hälfte der Bevölkerung schon einmal homöopathische Mittel wie Globuli zu sich genommen. 

Aber was steckt hinter Globuli, Nux Vomica D12 und anderen homöopathischen Mitteln?

Können Globuli Nux Vomica D12 und andere homöopathische Mittel wirklich heilen? Welche Mittel es in der Homöopathie noch gibt und wie diese wirken erfahren Sie in diesem Artikel.

Alles nur ein riesiges Geschäft oder doch Wundermittel? 

  • Globuli
  • Nux Vomica D12
  • Weitere homöopathische Mittel
  • Borax
  • Wirkung von homöopathischen Mittel
  • Verdünnung und Potenz von Wirkstoffen
  • Sepia
  • Linktipps



Was sind Globuli?

Globuli sind kleine Streukügelchen, die aus Zucker bestehen. Sie sind die beliebteste Art der homöopathischen Mittel. Dabei bestehen die Globuli aus Saccharose, herkömmlichen Rohrzucker. Dieser wird anschließend mit der verdünnten Urtinktur benetzt und getrocknet. In der Homöopathie versucht man Gleiches mit Gleichem zu bekämpfen. Das Prinzip lautet also, dass alles was uns krank macht auch wieder gesund machen kann. 

Aus diesem Grund werden die Mittel eingesetzt, die eigentlich die selben Beschwerden auslösen können. Beispiel dafür wäre zum Beispiel die inverse Wirkung von Kaffee, der in homöopathischen Dosen schlaffördernd wirken soll. 

Liste der 15 beliebtesten Globuli

Es gibt eine große Palette an verschiedenen Globuli. Je nach Symptom und Persönlichkeit des Patienten empfehlen sich hierbei verschiedene Präparate. Anbei eine Liste der 15 beliebtesten Globuli, ihrer Herkunft, Verwendung und mögliche Nebenwirkungen:

  1. Arnica D6
  2. Echinacea D6
  3. Nux Vomica D12
  4. Borax
  5. Sepia
  6. Selenium
  7. Gelsemium D6
  8. Arundo D6
  9. Cocculus D12
  10. Belladonna D12
  11. Pulsatilla D6

1. Arnica D6

Arnica ist eine gelbe Blume, die hauptsächlich im Gebirge zu finden ist. Arnica Globuli zählen zu einer der bekanntesten homöopathischen Mittel. Arnica wird bei Sportverletzungen eingesetzt. Prellungen, Quetschungen, blaue Flecken und Geweberisse sollen damit schnell geheilt werden können. Aus dem getrockneten Wurzelstock von Arnica wird dabei meist eine Tinktur hergestellt. Dessen Öle wirken dabei entzündungshemmend und blutdrucksenkend. 

Anwendung: 

  • Sportverletzungen
  • Blaues Augen oder Nasenbluten nach einem Schlag
  • Muskelzerrungen
  • Schock nach einem Unfall
  • Zahnschmerzen
  • Gliederschmerzen

2. Echinacea D6

Ein weiterer Beliebter Vertreter in der Welt der Globuli und homöopathischen Heilmittel ist der Rote Sonnenhut. Die Echinacea ist ein traditionelles pflanzliches Heilmittel, das bereits seit hunderten von Jahren eingesetzt wird. Die Inhaltsstoffe Polyacetyl, Alkamid und Flavonoide wirken dabei auf das Immunsystem und entzündungshemmend. In Form von Salbe, Tropfen oder Dragees wird die Echinacea ebenfalls in der Homöopathie eingesetzt. In der Potenz D6 ist es ein oft eingesetztes Globuli. 

Anwendung:

  • Als Tee bei Husten
  • Erkrankungen der Atemwege
  • Hochfahren des Immunsystems
  • Erkältung

3. Nux vomica D12

Nux Vomica D12 ist ein sehr beliebtes Globuli und gleichzeitig ein gern gesehen homöopathisches Mittel. Die Brechnuss ist dabei bekannt dafür Bauchschmerzen zu behandeln. Hierbei handelt es sich um die Samen des Baumes, der hauptsächlich in den Tropen wächst. Er beruhigt die Schleimhaut und kann sogar Sodbrennen lindern. 

Anwendung der Nux Vomica D12:

  • Bauchschmerzen
  • Sodbrennen
  • Schlafstörungen
  • Unruhe
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Krämpfe
  • Alkoholabusus
  • Tabakabusus

Die Anwendung der Nux Vomica D12 erfolgt meist über Globuli. Allerdings sind hierbei auch Präparate von Nux Vomica D12 in Form von Tropfen oder Tabletten erhältlich. Bei schweren Krankheiten wird es mehrmals täglich angewandt.  

Nux Vomica D12
Nux Vomica D12

Beheimatet in Südostasien ist die gewöhnliche Brechnuss ein immergrüner Baum aus der Familie der Brechnussgewächse. Die Samen wurden bereits vor 1000 Jahren als Arzneimittel, Heilmittel und homöopathisches Präparat eingesetzt. Damit ist Nux Vomica D12 eines der ältesten Heilmittel. Sowohl als Gegenmittel zur Pest als auch als Betäubungsmittel fand Nux Vomica Einsatz. Dabei wurde es vor allem bei Schwächezuständen angewandt.

Nux Vomica war eines der ersten homöopathischen Globuli, die der Gründer der Homöopathie Samuel Hahnemann erforschte. Die Urtinktur wird dabei aus dem Pulver der Brechnuss gewonnen. Diese werden im Anschluss mehrere Tage in Alkohol angesetzt. 

In der Homöopathie gilt Nux Vomica als eine der größten und zuverlässigsten Mittel. 

4.Borax

Borax ist ein Salz aus ausgetrockneten Seen. Die Herkunft von Borax ist dabei Ostindien, Tibet oder die Toskana in Italien. Heute findet man es auch in Kalifornien oder der Türkei. Borax findet ebenfalls Anwendung in Globuli und homöopathischen Mitteln. 

Dabei wirkt Borax auf die Organe, das zentrale Nervensystem und der Haut. 

Anwendung: 

  • Angst
  • Gereiztheit
  • Zittern
  • Überempfindlichkeit

5. Sepia

Sepia wird aus den Tintenbeuteln von Tintenfischen gewonnen. Hiermit zählt Sepia in Globuli zu den aus dem Tierreich gewonnenen homöopathischen Mitteln.

Die Entstehung zum Einsatz von Sepia in der Homöopathie ist die praktische Denkweise des Erfinders Samuel Hahnemann. Als dieser einen depressiven Künstler besuchte beobachtete er, dass der Künstler stets den Sepia beschmierten Pinsel in den Mund nahm. Daraufhin riet Hahnemann dem Künstler jenes Verhalten abzulegen. Das war die Geburtsstunde von der Verwendung von Sepia in der Homöopathie.

Sepia beinhaltet hauptsächlich Calcium, Magnesium, Natrium und schwarzen Farbstoff.

Anwendungen von Sepia als Globuli oder homöopathisches Mittel: 

  • Probeleme im gynäkologischen Bereich
  • Kopfprobleme
  • Verdauungsprobleme
  • Hautprobleme
  • Probleme mit dem Bewegunsapparat

6. Selenium

Selenium Globuli und Selenium homöopathische Mittel beinhalten Selen als Halbmetall. Selen ist ein essentielles Spurenelement im menschlichen Körper und ein äußerst nützlicher Bestandteil in der Ernährung. 

Selen ist ein chemisches Element, das auch in der Viehzucht als Nahrungsergänzungsmittel Einsatz findet. Selenium wirkt dabei vor alle auf die Haut, Kopfhaut und soll zusätzlich bei erektilen Dysfunktionen, sexueller Lustlosigkeit oder verfrühter Ejakulation helfen.  

Anwendung im homöopathischen Bereich:

  • Akne
  • fettige Haut
  • Schuppen
  • Mitesser
  • Haarausfall
  • Erschöpfung
  • Kraftlosigkeit
  • Schwäche

7. Gelsemium D6

Gelsemium D6 aus wildem Jasmin wird ebenfalls gerne als Globuli oder homöopathischen Heilmittel eingesetzt. Eigentlich ist der Jasmin eine sehr giftige Pflanze. Jedoch in homöopathischen Dosen wird dem Gelsemium eine heilende Wirkung in der Homöopathie nachgesagt. 

Anwendung von Gelsemium D6 als Globuli und homöopathisches Heilmittel:

  • Kopfschmerzen
  • Stress
  • Kummer
  • Druck im Kopf
  • Nackenschmerz

8. Arundo D6

Arundo D6 ist eine homöopathische Arznei und wird auch als Globuli verabreicht. Arundo D6 kommt dabei aus Asien. Im genaueren vom Wurzelstock des Pfahlrohrs. Hierbei handelt es sich um eine hohe Schilfart. Einsatz findet Arundo D6 vor allem im Frühling bei ersten Beschwerden des Heuschnupfens. 

Anwendung von Arundo Globuli:

  • Saisonbedingte Allergien
  • Heuschnupfen
  • Niesanfälle
  • Gaumenjucken
  • Ohrenjucken
  • Juckreiz der Haut. 


9. Cocculus D12

Cocculus D12 von der asiatischen Schlingpflanze Kockelskörner ist ein beliebtes homöopathisches Heilmittel. In Form von Globuli wird dieses gerne verabreicht. Cocculus D12 soll dabei für guten Schlaf sorgen und den Schlafrhythmus wiederherstellen. Durch seine enge Verbindung zum Zentralen Nervensystem wirkt es bei Menschen, die unter Schlafmangel leiden. Hierbei sorgt Cocculus D12 in Globuli für Ruhe.

Anwendung von Cocculus D12 in Globuli:

  • Schlafmangel
  • Ruhelosigkeit
  • Schlaflosigkeit
  • Schwindel
  • Jetlag
  • Wenn Gedanken im Kopf schreien 

10. Belladonna D12

Belladonna ist ein berühmtes Gift, das aus der Tollkirsche gewonnen wird. Berühmtheit erlangte das Gift vor allem deshalb, weil Frauen früher Belladonna ins Auge tropften um die Pupillen zu erweitern. Heute soll es in homöopathischen Mitteln und vor allem in Globuli gegen Entzündungen helfen.

Wenn sich diese Entzündungen erst am Anfang befinden soll Belladonna in Globuli diese Entzündungen abfangen können. 

Anwendung von Belladonna D12:

  • Mittelohrentzündungen
  • Mandelentzündungen
  • Bronchitis
  • Erkältung
  • geschwollenen Lymphknoten

11. Pulsatilla D6

Pulsatilla pratensis Globuli in der Potenz D6 zählt zu einer der begehrtesten homöopathischen Mitteln. Pulstilla pratensis auch Wiesen-Kuhschelle genannt zählt zu den Gewächsen der Hahnenfußgewächse. Die gesamte Pflanze ist mit feinen weißen Haaren überzogen. Weiters bildet diese Pflanze große Blüten aus, die seitlich herabhängen. Die Blüten können dabei einen Durchmesser von 5 Zentimetern haben. 

In Österreich findet man die Pulsatilla pratensis eher im pannonischen Raum. (Wien, Burgenland, Niederösterreich und Teile von Oberösterreich. Aber auch in der Steiermark und in Kärnten kann die Pulsatilla pratensis vorkommen. Die Pulsatilla pratensis steht dabei in mindestens einem Bundesland unter Naturschutz, da diese Blume und Pflanzenart stark gefährdet ist. 

Pulsatilla
Pulsatilla D

Die Pulsatilla pratensis wird in der Homöopathie sehr vielseitig eingesetzt. Sie ist nahezu unverzichtbar für die Homöopathie und der Therapie mittels Globuli. Sinnbildlich spricht man bei der Pulsatilla pratensis vom "Wetterhahn", denn sie steht für die Wechselhaftigkeit. Ähnlich wie ein Wetter im April: Sonne, Regen und Wind. Und genau so sind auch die körperlichen Symptome für deren Behandlung sich die Pulsatilla eignet. 

Verwendung und Anwendung von Pulsatilla pratensis mittels Globuli und homöopathischen Präparaten:

  • Wechselhaftigkeit
  • Weichheit
  • Nachgiebigkeit
  • zu emotionale Menschen
  • Schüchternheit
  • Wechselnde Beschwerden
  • Unklare Symptome

Alternative Anwendung homöopathischer Mittel

Homöopathische Mittel werden entweder als Urtinktur oder als verdünnte Variante in Form von Potenz angeboten. Die Urtinktur ist dabei der Ausgangsstoff und die Potenzen die verdünnten Varianten daraus. Homöopathische Arzneimittel unterscheiden sich dabei in ihrer jeweiligen Darreichungsform:

  • Dilutionen (Verdünnungen)
  • Tabletten
  • Globuli
  • Ampullen
  • Salben

Die homöopathischen Mittel können dabei auch als Kombination verabreicht werden. Dabei spricht man von Komplexmitteln oder Kombinationspräparaten. 



Potenz von Globuli und homöopathischen Mitteln

Durch die Potenzierung, also mehrfache Verdünnung des eigentlichen Stoffes, wird bei Globuli und homöopathischen Mitteln eine bestimmte Potenz erreicht. Die Zahl hinter D im Namen des Globuli gibt dabei die Anzahl an Potenzen, also Verdünnungen an. So werden auch hochgiftige Stoffe gefahrlos eingesetzt. Damit soll erreicht werden, dass der Stoff, der uns eigentlich krank macht, wieder gesund macht. 

D6 ist dabei die häufigst verwendete Potenz. Sie bedeutet also, dass die Urtinktur auf ein Verhältnis von 1:1000000 verdünnt wurde. 

Anwender von Globuli und homöopathischen Mitteln gehen dabei davon aus, dass je stärker die Verdünnung umso wirksamer das Globuli. 

Wirkung von homöopathischen Mitteln und Globuli

Nicht umsonst werden Globuli im Volksmund auch "Glaubuli" genannt. Denn bis heute fehlt jeder wissenschaftliche Beweis, dass Globuli und homöopathische Mittel überhaupt wirken. Die Wirkung beschränkt sich dabei auf die gleiche Wirkung wie ein Placebo. (Zu mindest aus wissenschaftlicher Sicht.) 

Deshalb wird in der Schulmedizin und Wissenschaft die Homöopathie als Pseudowissenschaft bezeichnet. 

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Homöopathie#Kritik_an_der_Homöopathie 

Weiters steht das Grundprinzip der Homöopathie: "Ähnliches mit Ähnlichem bekämpfen" heftig in der Kritik. Zudem wird das Denken über die Potenzen, also das ein Wirkstoff dann wirksamer ist, wenn er verdünnt wird entkräftet. Nach heutigen Kenntnissen der Medizin, Physik und anderer Naturwissenschaften ist klar, dass eine höhere Dosis auch mehr Wirkung und aber auch Nebenwirkungen verursacht. Denn: "Keine Wirkung ohne Nebenwirkung". 

Des weiteren scheinen alle Annahmen in der Homöopathie nicht wissenschaftlich nachvollziehbar zu sein. Bei der Auswahl des richtigen homöopathischen Mittels scheint reine Willkür zu herrschen. Denn da keine anderen diagnostischen Verfahren zur Anwendung kommen decken sich oft die "Krankheitsbilder" und es gibt für die gleiche Beschwerde unzählige Abwandlungen von Globuli und homöopathischen Mitteln. 

Aktueller Stand der Kritik von Globuli und homöopathischen Mitteln

Ein systematischer Review von 100 Studien hat gezeigt, dass die Behandlung und Therapie mit Globuli und homöopathischen Mitteln keine Wirkung hat. 2010 hat die Britische Regierung bestätigt, dass es keinen glaubwürdigen Beweis zur Wirksamkeit von Globuli gibt. 

2015 kam Australiens Regierung zum gleichen Ergebnis und seit 2017 müssen in den USA auf Homöopathika der Hinweis der Wirkungslosigkeit aufgebracht werden. Dabei wird die Homöopathie sogar als ethisch inakzeptabel bezeichnet. 

Im Jahr 2011 wurden in Österreich Globuli und Homöopathische Mittel für rund 35 Millionen Euro umgesetzt. 

Linktipps

Ein Kritischer Artikel zur Wirksamkeit der Globuli und Homöopathie findet sich auf Der Standard Homöopathie, der Betrug gegen den keiner zu klagen wagt. 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0