Was ist Karies?

Karies

Karies - eine multifaktorielle Erkrankung

In diesem Expertenartikel erfahren Sie alles rund um das Thema Karies. Dieser Artikel gibt Aufschluss über häufige Fragen zum Thema Karies. Wie entsteht Karies? Was begünstigt Karies? Und was man gegen Karies tun kann erfahren Sie in diesem Überblick über die Krankheit Karies. 

Zahnkaries ist eine multifaktorielle Erkrankung. Folgende Faktoren beeinflussen die Kariesentwicklung:

  1.  Wirtsfaktoren
  2. Mikroorganismen
  3. Zeit
  4. Substrat

1. Die Wirtsfaktoren

Unter Wirtsfaktoren versteht man die vom Menschen ausgehenden Gegebenheiten, die die Grundlage für die Entstehung von Karies vorgeben. Dazu zählen etwa die genetische Veranlagung, die Beschaffenheit der Zähne oder die Immunabwehr des Wirts, also des Menschen. So kann beispielsweise ein genetisch bedingt niedriger pH-Wert die Entstehung von Karies begünstigen. 

2. Mikroorganismen

Jene Mikroorganismen, die zur Entstehung von Karies beitragen sind nur dann "stoffwechselaktiv" sofern Zahnhartsubstanz vorhanden ist (Zahnschmelz). Stoffwechselaktiv bedeutet, dass jene Mikroorganismen (Bakterien) Zucker zu Säure umwandeln. Jene Säure löst anschließend aus dem Zahnschmelz Mineralien und andere wichtige Elemente des Zahnschmelzes. 

3. Zeit

Die zuvor erwähnte Säure setzt "erst" nach 24-28h ein. Wobei man beachten muss, dass dies nicht bedeutet, dass man lediglich alle 48 Stunden die Zähne putzen muss. Denn man muss davon ausgehen, dass man mit einmal Zähne putzen nicht alle Bakterien in der Mundhöhle entfernen kann. Vor allem an "Prädilektionsstellen", also Stellen an denen bevorzugt Bakterien leben, sollte man am mit Zahnbürsten putzen. 

4. Substrat

Unter Substrat versteht man die Ernährung des Menschen. So kann eine kohlenhydratreiche Ernährung die Kariesentstehung befeuern. Jene Bakterien verstoffwechseln Kohlenhydrate, also Zucker, zu Säure, die den Zahnschmelz anschließend demineralisieren. (Also dem Zahn wichtige Mineralien entzieht.) Die Folge daraus ist die Demineralisierung des Zahnes und folglich Karies. 

Speicheltest als Risikotest:

 

 

Durch diese vier Faktoren lassen sich Menschen in verschiedene Risikogruppen unterteilen. Etwa 20% aller Menschen fallen in die Hochrisikogruppe (High-Risk). Jene Personen zeigen dabei meist eine kohlenhydratreiche Ernährung und eine genetische Disposition. Durch einen Speicheltest kann die Speichelflussrate und der pH-Wert des Speichels erkannt werden und so einen Hinweis auf das individuelle Kariesrisiko geben. Dieser kann bei den meisten Zahnärzten durchgeführt werden. 

Der gesunde Zahn:

Im folgenden Bild sieht man einen gesunden Zahn. Der Zahnschmelz ist intakt und schützt die innen liegenden weicheren Teile des Zahnes. So wie der Zahnschmelz ist auch das unter dem Zahnschmelz liegende Dentin, auch Zahnbein im Volksmund genannt, unbeschädigt und intakt. Im Zahninneren findet man die Zahnpulpa, die hier ebenfalls vital und physiologisch dargestellt ist. 

Des weiteren sind die umgebenden Strukturen des Zahnes dargestellt. Das Zahnfleisch und der Knochen umgeben dabei den Zahn. Im Inneren des Zahnes verlaufen zu Pulpa und in die Pulpa Nerven und Blutgefäße. Der Komplex aus Nerven und Blutgefäße im Zahn soll dabei nicht eröffnet, verletzt oder infiziert werden, da sonst Schmerzen und Entzündungen die Folge sein können. 

Gesunder Zahn

Kariöser Zahn:

Im Gegenteil zum obigen Bild sieht man in diesem Bild einen tief kariösen Zahn. Er ist bis in die innerste Schicht durch Karies zerstört. Der Zahnschmelz konnte den sauren Endprodukten der Bakterien, die Zucker verstoffwechseln, nicht mehr trotzen. Dadurch konnte der Karies tiefer in den Zahn eindringen. Er hat das Dentin ebenfalls durchbrochen, wozu sehr viel Zeit von Nöten ist. Hier blieb ein Zahnarzt Besuch wahrscheinlich aus.

Die Kariesbakterien haben im Anschluss eine Entzündung des inneren Komplexes aus Nerven und Blutgefäßen hervorgerufen. Hierbei spricht man von einer Pulpitis und eine Wurzelbehandlung ist wahrscheinlich die letzte Chance einen derart tief kariösen Zahn zu retten. 

Im Anschluss muss der Zahn gefüllt werden um das entstandene Loch auszugleichen und einen Wiedereintritt der Bakterien ins Zahninnere zu vermeiden. 

Zahn mit tiefem Karies

Prädilektionsstellen von Karies

Prädilektionsstellen im Medizinischen Bereich sind Stellen an denen vermehrt gewisse Krankheiten auftreten. "Prädilektion" bedeutet übersetzt "Vorliebe". Also die Vorliebe einer Krankheit in bestimmten Regionen des Körpers auszubrechen. 

Im zahnmedizinischen Bereich beschreiben die Prädilektionsstellen beispielsweise die Orte, an denen vermehrt Karies auftritt. Diese Orte sind oft schwer durch Zahnbürsten zu erreichen. Zahnfissuren (die feinen Rillen an der Zahnoberfläche), die Zwischenzahnflächen und der Zahnhals sind Prädilektionsstellen für Karies. 

Aber auch Kronenränder und Füllungsränder sind Zonen, an denen sich Karies besonders gerne ausbreitet. 

Prädilektionsstellen von Karies

Die Stadien von Karies

Ist der Karies schon vorhanden, also die lokale Demineralisierung aktiv, so unterteilt man den Karies in vier Stadien (C1-C4). C1 beschreibt dabei eine oberflächliche Zahnschmelzläsion, die unter Einsatz von Fluorid aufgehalten werden kann. Bei einer C4 Karies spricht man bereits von einer Karies Profunda, also eine Karies, die weit in das Innere des Zahnes vorgedrungen ist und somit einen zahnärztlicher Eingriff notwendig macht. Die genaue Entwicklung und Stadien von Bakterienansiedelung können Sie hier im Blog ebenfalls nachlesen. 

Karies Stadien C1 C2 C3 C4

Therapie und Prophylaxe von Karies

Die Zahn und Mundpflege ist für die Prävention von Karies unerlässlich. So sind die Zahnbürste und Zahnpasta wohl die wichtigsten Vertreter der Mundhygiene geworden. Das Fluorid kann dabei zusätzlich die Demineralisierung der Säure hemmen. Ein halbjährlicher Besuch beim Zahnarzt zur professionellen Zahnreinigung sollte ebenfalls Bestandteil einer erfolgreichen Kariesprophylaxe sein.  

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