Schmerzen nach einer Wurzelbehandlung?

Eine Wurzelbehandlung - die wohl meist gefürchtetste Zahnbehandlung

Ein Zahn besteht grundsätzlich aus einem Mineral und schützt durch die Härte und Festigkeit das Innere eines Zahns (Pulpa). Die Pulpa umfasst das Bindegewebe und die Nervenfasern im Zahninneren und reicht bis zur Zahnwurzel. Entzündet sich die Pulpa führt dies nicht nur zu massiven Zahnschmerzen, sondern auch meist zu einer Wurzelbehandlung. Die Entzündung wird meist durch das Eindringen von Bakterien in die Zahnpulpa hervorgerufen. Die Wurzelbehandlung ist dann die letzte Möglichkeit, eine entzündeten Zahn zu retten und die entstandenen Schmerzen zu reduzieren.



Wurzelbehandlung selbst durchführen - Analyse des Films "Cast Away"

Eine Wurzelbehandlung ist ein medizinischer Eingriff, der nur durch einen Zahnarzt durchgeführt werden soll. Ein selbstständiger Eingriff ist absolut nicht empfehlenswert. Eine vergleichbare Situation mit Tom Hanks im Film "Cast Away" wäre wohl für viele Menschen nicht nur gefährlich, sondern hätte vermutlich einen tödlichen Ausgang. Eine vollständige Entfernung des Zahns ist dennoch mit einer Wurzelbehandlung nicht gleichzusetzen. 

Tom Hanks (im Film Chuck Noland) verschob kurz bevor er unfreiwillig auf einer einsamen Insel strandete einen wichtigen Zahnarzttermin. Nach einer gewissen Zeit auf der einsamen Insel bekam Chuck immer stärkere Zahnschmerzen, die wohl auf eine fehlende Mundhygiene zurückzuführen sind. Vermutlich traten Bakterien in das Zahninnere ein und führten zu einer Entzündung der Pulpa oder direkt zu einer Entzündung der Zahnwurzel.

Um diese unerträglichen Zahnschmerzen hinter sich zu lassen, entschied sich Chuck Noland dazu den schmerzenden Zahn selbst aus seinem Mund zu entfernen. Dabei nahm er einen Eislaufschuh, der ebenfalls das Flugzeugsunglück überstanden hat und legte sich die Hinterseite der Kufe an seinen schmerzen Zahn.

Nach mehrmaligem Abtasten entschied er sich entschlossen dazu, mit einem Stein gegen das andere Ende der Kufe zu schlagen. Durch diese kurzfristig auftretende Kraft schlug sich Chuck den Zahn aus dem Kiefer. Die dadurch zusätzlich entstandenen Schmerzen führten dazu, dass er bewusstlos mit dem Kopf auf den Boden aufschlug.  

Die vollständige Entfernung eines Zahnes wird manchmal fälschlicherweise als Wurzelbehandlung angesehen. Eine Wurzelbehandlung wäre im Fall von Cast Away nur gegeben, wenn der Zähn gereinigt, repariert und wieder eingesetzt werden würde. Im folgenden Video sehen Sie den Originalausschnitt aus dem Film "Cast Away", wie Chuck Noland selbstständig eine Entfernung des Zahns bei sich durchführt.

Die Analyse des Films Cast Away  liefert folgende Schlussfolgerung: Die Entscheidung selbstständig eine Wurzelbehandlung durchzuführen ist in einem solchen Extremfall nachvollziehbar, aus professioneller zahnmedizinischer Sicht jedoch nicht empfehlenswert. Das Infektionsrisiko ist unter den Umständen fehlender Hygiene und falscher bzw. steinzeitlicher Anwendung zu hoch.

Die dadurch entstehende Infektion könnte in weiterer Folge eine massive Auswirkung auf das komplette Immunsystem haben und in weiterer Folge zum Tod führen. In diesem Fall wäre unter professionellen Verhältnissen eine Wurzelbehandlung notwendig gewesen. Eine vollständige Entfernung des Zahns wäre möglicherweise (abhängig vom genauen Problem) nicht notwendig gewesen.

Der Professionelle Eingriff am Zahn - eine Wurzelbehandlung

Zahnwurzel
Entzündung der Zahnpulpa

Eine Wurzelbehandlung kommt nur dann in Frage, wenn es wirklich notwendig ist. Ziel dabei ist es, den Zahn wieder zu reparieren und das Innere des Zahns mit einer künstlichen Masse auszufüllen und dem Patienten somit ein schmerzfreies Leben zu ermöglichen. Es gibt mehrere Gründe für eine Wurzelbehandlung:

 

  • Bei starkem Karies: Wenn aufgrund von Kariesbefall die Bakterien zu tief in das innere eines Zahns vorgedrungen sind kann dies zu einer Entzündung der Pulpa führen.
  • Durch ein Trauma: Oft sind es Unfälle, die für einen stumpfen Schlag auf den Zahn oder in den Kieferbereich verantwortlich sind. Durch eine dadurch hervorgerufene Unterbrechung der Blutzufuhr kann die Pulpa im inneren des Zahns absterben.
  • Zahnbruch: Ebenfalls meist durch Unfälle ausgelöste Brüche des Zahns können zu Problemen führen. Wenn ein Zahn abbricht kann sein, dass die Pulpa frei liegt und dadurch sehr einfach Bakterien in das Innere des Zahns eindringen können, was in weiterer Folge zu einer Entzündung der Pulpa führen kann.
  • Auswirkungen von früheren Behandlungen: Manchmal kann ein von Karies behandelter Zahn als Ursache für eine Wurzelbehandlung sein. Falls der Bohrer bei einer früheren Kariesbehandlung zu tief in den Zahn hineingebohrt hat, kann es zu einer Verletzung der Pulpa führen. Möglicherweise kann auch das Zahninnere dadurch freigelegt werden, was ebenfalls dazu führt, dass Bakterien leicht in den Zahn eintreten können.

Eine Wurzelbehandlung ist dennoch kein Garant auf eine finale Heilung des Zahns. Es ist immer wieder möglich, dass sich der Zahn auch aufgrund einer Wurzelbehandlung weiterhin entzündet und zu starken Zahnschmerzen führt.

In diesem Fall wäre eine Wurzelspitzenresektion oder die komplette Entfernung des Zahns notwendig. Falls eine Wurzelbehandlung beim Patienten anschlägt, reichen in der Regel 2 Besuche bei Ihrem Zahnarzt aus, um den oder die problematischen Zähne zu heilen. 

Weitere passende und spannende Blogbeiträge zu diesem Artikel befinden sich in unserem Blog. Passend dazu die Frage "Woraus besteht eigentlich der menschliche Zahn?" und was man gegen Zahnschmerzen tun kann. Die passenden Zahnbürsten für eine präventive Anwendung und für gesunde Zähne finden Sie in unserem Onlineshop.

Wie findet der Zahnarzt den richtigen Zahn zur Wurzelbehandlung?

Bevor ein Zahn einer Wurzelbehandlung unterzogen wird muss der Zahnarzt feststellen, welcher Zahn genau die Schmerzen verursacht. Um dies genau abklären zu können fertigt der Zahnarzt zuerst ein Orthopantomogramm an.

Bei diesem Übersichtsröntgen oder auch Panoramaröntgen genannt werden alle Zähne und das umliegende Gewebe röntgenologisch abgebildet. In einem derartigen Röntgenbild erhält der Zahnarzt einen ersten Eindruck über den Zustand der Zähne und kann hier schon abschätzen ob Entzündungen vorliegen. 

Findet der Zahnarzt "periapikale Aufhellungen" also schwarze kreisförmige Flecken um den Zahn, so wird sich der Zahnarzt diese Region genauer ansehen, vor allem, wenn aus dieser Region die Schmerzen kommen. 

"Genauer ansehen" heißt hierbei, dass der Zahnarzt mehrere weitere Schritte einleitet. Zuerst wird er von dem Zahn, von dem er vermutet, dass es sich um den Zahn handelt, der die Schmerzen verursacht, ein kleineres genaueres Röntgenbild anfertigen. Zeigt sich hier erneut eine "Aufhellung", also ein kleiner Fleck um die Wurzelspitze, so führt er weitere Tests durch. (Hinweis: Handelt es sich um eine anfängliche Pulpitis, kann auch kein schwarzer Fleck am Röntgen sichtbar sein und dennoch eine Wurzelbehandlung nötig sein.)

Nun beginnt die klinische Untersuchung der Zahnarzt wird sowohl einen Perkussionstest als auch einen Sensibilitätstest durchführen. Das bedeutet, dass der Zahnarzt den Zahn abklopft und prüft ob dieser Vorgang schlicht weh tut. Ist das der Fall so deutet das auf einen erhöhten Druck im Zahn hin, was wiederum auf Bakterien im Zahn hindeutet. 

Zusätzlich prüft er mittels einem kalten Eisstäbchen, ob der Zahn noch vital ist. Spürt man die Kälte am Zahn nicht mehr, so ist das ein Beweis dafür, dass der Zahn abgestorben ist. 

Sollten nun Röntgenbild, Perkussionstest und Sensibilitätstest darauf hindeuten, dass der Zahn abgestorben ist und eine Entzündung vorliegt, wird eine Wurzelbehandlung eingeleitet. 



Was macht der Zahnarzt bei der Wurzelbehandlung?

Zuerst muss sich der Zahnarzt ins Innnere des Zahnes vorarbeiten. Das heißt er bohrt mit Hilfe spezieller rotierender Instrumente eine Öffnung in die Zahnkrone.

Im Inneren dieser befindet sich die entzündete Pulpa. Die Pulpa besteht dabei aus Gefäßen und Nerven. Hier finden sich auch die Bakterien, die die Schmerzen und die Entzündung hervorrufen. Deshalb verwendet der Zahnarzt nun spezielle Wurzelkanalinstrumente um das abgestorbene Gewebe zu entnehmen. 

Im Anschluss werden die Wurzelkanäle mit Spülungen desinfiziert. Ist der Kanal nun aufbereitet wird meist für eine Woche eine medizinische Einlage verwendet, die zusätzlich dafür sorgt, dass der Zahn abheilt. 

Nun nach einer Woche kann mittels Guttapercha der Kanal dicht verschlossen werden und im Abschluss mit einer Deckfüllung der Zahn wieder verschlossen werden. 

Nun ist der Zahn devital und wurzelbehandelt. Jetzt wird der Zahn keine Schmerzen mehr verursachen und wieder lange Ruhe geben. Sollte das nicht der Fall sein, kann die Wurzelbehandlung noch einmal durchgeführt werden, ist das auch erfolglos so muss der Zahn etwa durch Implantate oder anderem Lückenschluss ersetzt werden. 

Linktipp:

Auf gesund.at findet sich ein weiterer Onlineartikel zum Thema Wurzelbehandlung.