Zahnfüllung

Zahnfüllung

Was ist eine Zahnfüllung und wie wird sie gemacht?

Die verschiedenen Arten von Zahnfüllungen, wann diese notwendig sind und wie diese gemacht werden. Außerdem gehen wir hier auf die verschiedenen Eigenschaften der Materialien ein und geben einen Leitfaden zum Thema Zahnfüllung. Ist der Zahn durch Karies zerstört muss der Zahnarzt diese Zahnsubstanz abtragen. Das dadurch entstandene Loch muss dann wieder dicht verschlossen werden. 

Es gibt viele verschiedene Arten von Zahnfüllungen. Im ersten Bild sieht man die drei verbreitetsten Zahnfüllungen in Österreich. Amalgam, Komposit und Keramikinlays. Alle weiteren Füllungen, die Sie in diesem Artikel weiter unten lesen können:

  • Amalgamfüllung
  • Plombe
  • Kompositfüllung
  • Keramikfüllung
  • Glasionomerzement
  • Goldfüllung
  • Provisorische Zahnfüllung
  • Kosten Zahnfüllung
  • Flächen der Zahnfüllung
  • Wie wird die Zahnfüllung gemacht
  • Schmerzen nach einer Zahnfüllung
  • Linktipps

Zahnfüllung

Ganz links im Bild sieht man gelegte Amalgamfüllungen, im Volksmund auch die klassische Plombe oder Zahnplombe genannt. Das obere Bild zeigt alte Amalgamfüllungen, das untere eine neuere Amalgamfüllung. Die älteren Füllungen zeigen dabei bereits Randspalte auf und dichten den Zahn nicht mehr ausreichend ab. Die untere Amalgamfüllung ist poliert und füllt das Loch im Zahn ausreichend aus. 

Mittig im Bild sieht man kleine Kompositfüllungen. In diesen Beispielen wurde wohl kleiner Karies an den Fissuren entfernt. Fissuren sind die kleinen Einkerbungen an der Zahnoberfläche. 

Ganz rechts im Bild sieht Keramikfüllungen. Hier spricht man auch von Keramikinlays oder Onlays, je nachdem wie viel vom Zahn ersetzt wird. Die Keramik kann dabei individuell gestaltet werden und der Zahn wird dadurch hochwertig und zuverlässig verschlossen. 


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Interview mit Dr. Peter Klein über Zahnfüllungen

Welche Zahnfüllungen taugen was? Im Interview mit Dr. Peter Klein, BA Zahnarzt in seiner eigenen Ordination in Österreich, Knittelfeld sprechen wir heute, welche Zahnfüllung am besten funktioniert und wann man welche Zahnfüllung wählen sollte. 

Zahnfüllung, Plombe, Keramik provisorisch.
  • Frage: Als langjähriger Wegbegleiter, wir sind ja schon zusammen in die Schule gegangen, ist mir noch nie aufgefallen, dass du viele schwarze Füllungen hast. Welche Zahnfüllungen hat also ein Zahnarzt selbst im Mund?

Lieber Daniel, du hast mir auch noch nie so oft in den Mund geschaut. :-) Meine Eltern waren als Kind auch bei mir dahinter und haben immer dafür gesorgt, dass ich regelmäßig Zähne putze. Als Sohn eines Zahnarztes, ich führe ja meine Ordination schon in 3. Generation, wurde natürlich darauf wert gelegt, das bei den Zähnen alles passt..

 

  • Heißt das du hast keine einzige Zahnfüllung?

Leider nein. Auch als Zahnarzt waren für mich andere Dinge interessanter als drei mal täglich die Zähne perfekt zu reinigen. Ich habe hinten ein paar kleine Amalgamfüllungen und bei den größeren Defekten als jugendlicher Keramikinlays bekommen.

 

  • Aber als Kind eines Zahnarztes müsste doch mehr drin sein als eine Kassenfüllung? Amalgam ist doch schlecht..

So pauschal kann man das nicht ausdrücken, es hat jede Zahnfüllung ihre Vor- und Nachteile und der Zahnarzt muss entscheiden welche Art der Versorgung die sinnvollste Lösung darstellt.  Generell gebe ich dir recht, dass durch das enthaltene Quecksilber und dem ästhetischen Aspekt eine Plombe, also eine Amalgamfüllungen eher Zweitklassik sind. Jedoch hatte ich in meinem Fall einen kleinen tunnelartigen Karies seitlich im Zahn. Man tut sich hier also schwer einen Keramikteil anzufertigen, der lang und dünn in den Zahn hineingeht. In dem Fall eignet sich Amalgam gut, denn dieses füllt diesen Tunnel optimal aus und ist da hinten kaum sichtbar. Der einzige Vorteil von Amalgamfüllungen ist also, dass Amalgam das einzige Füllungsmaterial ist, das sich von selbst ausdehnt. Das heißt es wird nach dem legen größer und kann dadurch unter sich gehende Stellen ausfüllen. 

 

  • Also ist Amalgam die beste Zahnfüllung? 

Obwohl die Amalgamfüllung eine solide Zahnfüllung ist erfüllt diese nicht mehr die Anforderungen der modernen Zahnmedizin. Denn der gerade besprochene Vorteil der Expansion wird sehr oft auch zum Verhängnis. Stell dir einmal vor du hast ein großes Loch am Zahn und nur noch dünne Restwände des Zahnes übrig. Wenn ich nun den Hohlraum mit einem expandierenden Material auffülle lastet Druck auf den dünnen Seitenwänden des Zahnes. Beißt du jetzt auf den eh schon unter Druck stehenden Zahn (Zum Beispiel mit einer Nuss) so könnte passieren, das ein Teil vom Zahn wegbricht. 

In diesem Fall hätte sich dann eine Teilkrone oder Krone zur Versorgung besser geeignet, da diese den Zahn umhüllen wie eine Fassbinde bei einem Fass und den Zahn gleichzeitig zusammen halten. Ein monolithischer Keramikteil haltet also den Zahn zusammen und hat keine Lufteinschlüsse oder Sollbruchstellen. 

 

  • Wie sieht es mit dem Quecksilber Gehalt in der Amalgamfüllung aus? Ist Amalgam giftig?

Über diese Frage streiten sich Wissenschaftler auf der ganzen Welt. Die Belastung von Alamgamfüllungen an Quecksilber ist in etwa so hoch wie wenn man sehr viel Fisch essen würde, da im Fisch ja Quecksilber und andere Schwermetalle vorkommen. Schwangere und Kinder sollten aber wirklich vorsichtig sein, hier sind Amalgamfüllungen nicht empfohlen. Will man auf Nummer sicher gehen sollte man sich für metallfreie Zahnrestaurationen entscheiden, da diese sicherlich verträglicher sind als beispielsweise die Amalgamfüllung. 

 

  • Also sind eigentlich doch die Keramikfüllungen der Goldstandard?

Bis auf den Tunnelkaries im Seitzahnbereich gebe ich dir Recht. Die Wissenschaft ist sich momentan einig, und das zeigt sich auch in meiner Praxis, dass die Keramikrestaurationen wie Inlays, Onlays, Kronen, Teilkronen und Stiftzähne die haltbarsten Restaurationen im Mund sind. 

 

  • Das hat aber auch seinen Preis und ist umständlich zu machen..

Moderne Zahnärzte können die Restaurationen mit Hilfe einer CNC Fräse direkt in einer Sitzung herstellen. Also kompliziert würde ich nicht sagen. Da ist eine richtige Keramikfüllung auch in 30 Minuten fertig. Aber zu den Kosten, ja, die sind teuer bis sehr teuer, aber es zahlt sich aus. Denn die Haltbarkeit ist der Wahnsinn und es sieht einfach super aus. Die Patienten haben zwar mit der Honorarnote keine richtige Freude aber dafür jahrelang mit den restaurierten Zähnen. Und außerdem: Was verwendet man schon so oft wie seine Zähne? Hier sollte man bereit sein Geld auszugeben und es lieber einmal gescheit zu machen als eine provisorische Lösung zu machen, wo immer wieder Beschwerden auftreten. 

 

  • Also keine Kompromisse. Aber was ist mit Kunststofffüllungen? Die sind doch auch weiss? 

Das Problem bei den Kunststofffüllungen ist, dass das Komposit oder Kunststoff ja ein plastisches Material ist, bestehend aus Polymerketten, die unter Einfluss von Licht aushärten. Diese Aushärtung bewirkt einen Zusammenzug der Füllung. Es kann also zu Spannungen kommen und Mikrorisse um den Zahn entstehen, die wieder Eintrittspforten für Bakterien sind. Deshalb sind Kunststofffüllungen nicht so haltbar wie Keramikrestaurationen. Außerdem verfärben diese sich meist unangenehm, was ebenfalls bei der Keramik nicht der Fall ist. 

Einzig sinnvoll ist der Kunststoff um Minifüllungen zu machen, wo sich noch keine Keramik auszahlt und im Frontzahnbereich um kleine Löcher auszubessern ohne ästhetische Einbußen zu riskieren. Je größer die Zahnfüllung desto stärker zieht sich mit der Zeit die Kunststofffüllung zusammen, desto eher wechselt man zur Keramik. 

 

  • Provisorische Füllungen und Füllungen selber machen ein Thema?

Also selber machen kann ich mir kaum vorstellen, da man so klein arbeiten muss und auf sehr viele Dinge achten muss. Ist das Loch im Zahn zum Beispiel sehr groß kann auch eine Wurzelbehandlung notwendig sein. Also hier würde ich wenn möglich immer den Zahnarzt konsultieren. 

Die provisorischen Zahnfüllung wendet man eben an um zu sehen ob sich der Zahn beruhigt oder wenn man unter der Füllung etwas einwirken lassen möchte. Aber auch um die Herstellungsdauer von Brücken oder Kronen zu überbrücken. Diese erfüllen jedoch nicht die Prognose der Haltbarkeit wie es definitive Versorgungen tun. Meistens ist es der bessere Weg dem Zahnarzt zu glauben und dann die Füllung gegen eine richtige tauschen zu lassen. 

 

  • Was kann der Patient tun, dass seine Füllungen besser und länger halten?

Hier natürlich eine gute Mundhygiene mit guten Zahnbürsten. Hält man den Zahn sauber halten auch die Füllungen besser. Generell kann man viele zahnmedizinische Krankheiten mit Hilfe von Zähne putzen verhindern. 


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Amalgamfüllung

Die Amalgamfüllung stellt die Grundversorgung für Zahnfüllungen ist Österreich dar. Die Amalgamfüllung ist silber und besteht aus verschiedenen Metallen. Silber, Kupfer, Zinn und Quecksilber machen es zu einer zuverlässigen Zahnfüllung. Durch das enthaltene Quecksilber wurde Amalgam jedoch immer wieder Teil kontroverser Diskussionen. So behaupten Gegner der Amalgamfüllung, dass das enthaltene Quecksilber toxisch auf den menschlichen Körper wirkt.

In Deutschland ist die Amalgamfüllung schon fast vom Markt verschwunden und auch in Österreich bemerkt man einen Rückgang. Die EU geht sogar schon so weit, dass es Richtlinien gibt und geben wird, die  vom Einsatz des Amalgams abraten. Wissenschaftlich gibt es keinen eindeutigen Nachweis für die Toxizität des Materials. Befürworter des Amalgams weisen auf die Lebensmittel hin, in denen ebenfalls Quecksilber enthalten ist.

Bei dem industriellen Einsatz von Quecksilber gelangt das Schwermetall durch Klärschlamm ins Grundwasser. Von dort gelangt es in die Meere und in unser Trinkwasser. Dort nehmen es auch Fische und Wassertiere auf, die das Quecksilber anreichern. Durch den Verzehr, nehmen wir dieses ebenfalls unbemerkt auf. Aber auch durch die Verwendung von Fischmehl, gelangt Quecksilber in Landtiere.

Amalgam wird in kleinen Plastikkapseln über den Dentalhandel an Zahnärzte geliefert. Kurz vor dem Einsatz werden die kleinen Plastikkapseln in einen Schüttler gespannt, der die Inhaltsstoffe des Amalgams vermengt. Öffnet nun der Zahnarzt diese Kapsel so findet sich ein graues Pulver in der Kapsel.

Dieses stopft der Zahnarzt mit Hilfe von Metallmatritzen und Kugelstopfern in das Loch im Zahn. Durch immer wiederholtes Stopfen härtet das Amalgam aus und füllt so das Loch. Nach Abschluss dieser Füllung ist das Material noch weich und muss erst fertig aushärten. Nun sollte der Patient noch eine Stunde mit der Nahrungsaufnahme warten. Wenn nötig könnte man in einem Folgetermin, sobald das Amalgam fest ausgehärtet ist, erneut polieren und auf Hochglanz bringen. 

Der mit Amalgam gefüllte Zahn erscheint nach langer Liegedauer grau. Hierbei verfärbt das Amalgam den Zahn wie oben im Bild ersichtlich. Aufgrund dessen gilt Amalgam nicht als besonders ästhetisch und hochwertig. Außerdem dient es eher ein Loch zu füllen. Versucht man mit Amalgam ganze Teile eines Zahnes zu rekonstruieren, so brechen diese Teile dann gerne aus dem Zahn heraus. Sind zum Beispiel ganze Höcker von dem Karies zerstört, so sollte man auf ein stabileres Material wie etwa der Keramik zurückgreifen. 

Amalgam Zahnfüllung

Hier sieht man eine einflächige Amalgamfüllung. Da sich diese Füllung auf der Okklusalfläche, also der Oberfläche des Zahnes befindet, spricht man hier von einer okklusalen Zahnfüllung. 

Plombe

Die Plombe im Zahn ist eigentlich eine Amalgamfüllung. Umgangssprachlich wird die Amalgamfüllung Plombe genannt. Die ursprüngliche Bedeutung der Plombe ist eigentlich "Blei". Aus dem lateinischen "Plumbum", das übersetzt "Blei" bedeutet wird so die Zahnplombe. Aber eigentlich findet sich in Amalgam gar kein Blei. Heute findet man nur noch Silberamalgame als Zahnfüllung. Diese setzen sich aus circa 40% Silber, 25% Zinn, 25% Kupfer 5% Indium, 3% Quecksilber und 2% Zink zusammen. Indium ist ebenfalls ein silbernes Schwermetall. Diese Mischung wird als Feilungsmischung bezeichnet und wird durch das oben beschriebene Schütteln mit etwa 50% reinem Quecksilber vermengt. Hierbei spricht der Zahnarzt vom Trituieren. 

Die ersten Plomben wurden bereits 600 nach Christus in China nachgewiesen. Somit ist die Plombe einer der ältesten Arten einen Zahn zu füllen. Hier geht's zum Artikel zur Geschichte der Zahnmedizin.

Häufig wird von Patienten bei der Entfernung von Amalgam Plomben eine Amalgam-Ausleitung gewünscht. Hierbei soll das Gift zusätzlich mit Hilfe von Algenpräparaten aus dem Körper transportiert werden. Dazu nimmt der Patient vor und nach der Behandlung Tabletten ein, die diesen Prozess unterstützen sollen. Auch Aktivkohle kommt bei dieser Methode zum Einsatz, dort sollen sich toxische Bestandteile der Amalgamfüllung an die Kohle binden und so aus dem Körper gelangen. Hierbei muss angemerkt werden, dass keine Studie eine zusätzliche Verbesserung der Detoxifikation durch "Amalgam-Ausleitung" nachweisen konnte. Jedoch berichten einige Patienten von einer subjektiv verbesserten Lebensqualität. 

Sind die Amalgamfüllungen und Plomben ausgebohrt so muss der Zahnarzt das Amalgam sachgemäß entsorgen. Dazu werden die Amalgamreste kostenpflichtig an spezielle Recyclingstationen geschickt, die das Amalgam verwerten und entsorgen. Zusätzlich findet sich an den zahnärztlichen Sesseln ein Amalgamabscheider. Der Amalgamabscheider reinigt das vom Patienten ausgespuckte Wasser und verhindert so, dass das Amalgam in Gewässer gelangt. 

Kompositfüllung

Die Kompositfüllung, auch Kunststofffüllung genannt, ist ein plastisches zahnfarbenes Füllungsmaterial. Komposit bedeutet dabei aus dem Lateinischen "compositum" "Das Zusammengesetzte". Komposit besteht aus einer Methacrylbasis und Füllstoffen. Als Füllstoffe kommen dabei Silikate zum Einsatz. Der Füllstoff besteht also aus Kunststoff und feinsten Glasteilchen. Hierbei gibt es unzählige verschiedene Arten von Kunststoffen in allen Zahnfarben. Feinfließender Kunststoff wird dabei für kleine Löcher verwendet. Plastilinartiger Kunststoff für große Löcher. 

Um den Zahn mit einer Kunststofffüllung zu versorgen muss hier natürlich auch zuerst der Zahn vom Karies befreit werden. Im Anschluss wird im Säureätztechnik-Verfahren (SÄT) der Zahn zur Aufnahme der Kompositfüllung vorbereitet. Hierbei kommt 33% Phosphorsäure zum Einsatz. Die Phosphorsäure raut dabei die Oberfläche des Zahnes auf, um später einen besseren Verbund von Füllung und Zahn zu gewährleisten. Nachdem der Zahn noch mit einem Bonding, also einem Haftvermittler benetzt wurde, kann der Zahnarzt das noch plastische Material in das Loch einbringen. 

Mittels Matritzen aus Metall und kleinen Keilchen die zwischen den Zähnen eingelegt werden, kann so das Komposit in Form gebracht werden. Auch kleine durchsichtige Kunststoffstreifchen können dabei dem Zahnarzt helfen, das Komposit in richtig zu positionieren. 

Nun wird die Füllung mittels einer Polymerisationslampe ausgehärtet. Dabei kommt es zu einer leichten Schrumpfung des Materials. Im Abschluss ist hier die Füllung direkt hart und kann direkt poliert werden. 

Die Schrumpfung des Materials stellt auch den größten Nachteil einer Kompositfüllung dar. Denn durch die Schrumpfung des Materials während der Polymerisation kommt es zu Mikrorissen um die Füllung. Diese Mikrorisse können eine neue Eintrittspforte für Bakterien werden und Sekundärkaries, also ein Wiederaufflammen des Karies verursachen. 

Um diesem Schrumpfungseffekt zu minimieren werden vor allem bei großen Kompositfüllungen mehrere Schichten nach einander ausgehärtet. Durch diese Technik der Geschichteten Kompositfüllung werden die Schichten nach einander ausgehärtet. So entstehen weniger Randspalten um die Füllung und die Füllung ist haltbarer. Hierbei ist die Schichttechnik natürlich aufwendiger und die Qualität der Füllung hängt auch vom Behandler ab. 

Die Kompositfüllung kann sich im Laufe der Zeit weiter zusammenziehen. Deshalb hat eine Kompositfüllung nicht die gleiche Lebensdauer wie eine Keramikfüllung. Außerdem können sich die Kompositfüllungen unangenehm verfärben. Das ist gerade im Frontzahnbereich ein ästhetisches Problem. 

Um einen möglichst natürlichen optischen Effekt zu erzielen können auch verschiedene Farben des Komposits aufeinander geschichtet werden. Möchte man hier zum Beispiel eine Füllung dem von Natur aus verfärbten Zahn anpassen kann man im Kern der Füllung einen dunkleren Farbton wählen und diesen mit einem hellen Farbton bedecken. So wirkt die Füllung natürlicher, da sie der Zahnfarbe dann sehr ähnelt. 

Keramikfüllungen

Keramikfüllungen sind sind Zahnfüllungen aus einem soliden Vollkeramikteil, der genau an das Loch individuell angefertigt wird. Die Herstellung des Keramikteiles ist dabei aufwendig, stellt aber die hochwertigste Zahnfüllung dar. 

Die Keramikfüllung weißt im Gegenteil zur Komposit keine Schrumpfung auf, da das Teil solide im Ganzen aus Keramik besteht. Bei Keramikfüllungen spricht man meist von Inlays, Onlays und Teilkronen. Je nach Größe und Flächen unterscheiden sich hierbei die Bezeichnungen. Bei einem Inlay wird nur das Innere des Zahnes mit einem Keramikteil versorgt, bei einem Onlay hingegen können auch ganze Höcker mit der Keramik bedeckt werden. 

Im Gegenteil zum Amalgam ist die Keramik sehr Kantenstabil und die Ergänzung von fehlenden zerstörten Höckern des Zahnes ist gut möglich. 

Die Herstellung der Keramik Puzzleteile die genau passend für das Loch angefertigt werden müssen, kann auf konventionelle Art oder mit der CAD/CAM Technik umgesetzt werden. In der konventionellen Technik formt der Zahnarzt das Loch mit einem sehr genauen Abdruck ab und stellt in Folge ein Gipsmodell her. Dieses wird einem Zahntechniker übermittelt um einen Keramikteil zu  brennen. Währenddessen bekommt der Patient ein Kunststoffprovisorium in das Loch und das Keramikinlay wird in der nächsten Sitzung eingeklebt. 

Bei der CAD/CAM Methode wird das Teil direkt am Zahnarztsessel hergestellt und ist in einer Sitzung fertig. Hierbei verwendet der Zahnarzt einen digitalen Abdruck auf dem Computer, den er mittels einer genauen Intraoralkamera dreidimensional herstellen kann. Grafisch auf dem Bildschirm dargestellt kann der Zahnarzt nun virtuell das Keramikinlay designen. Die Daten werden dann an eine Schleifeinheit geschickt. Dort spannt der Zahnarzt einen Vollkeramikblock ein und die Fräße fertigt binnen weniger Minuten das Keramikinlay. 

Das Keramikinlay wird nun in den Zahn geklebt. Aufgrund der Festigkeit und Stabilität der Keramik ist der Zahn nun sehr hochwertig versorgt und die Füllung hat eine sehr lange Haltedauer. 

Glasionomerzemt

Glasionomerzement kurz GIZ Füllung besteht aus Polyacryl, Maleinsäure, Calcium Aluminium Silikat Glas und destilliertem Wasser. Somit ist Glasionomerzement ein mineralischer Zement, der selbst abbindet und aushärtet. Eine Klebetechnik wie bei der Kompositfüllung ist hier nicht notwendig, da der Zement selbst am Zahn haftet. Außerdem fällt hierbei auch der Schrumpfungseffekt weg. 

Da Glasionomerzement aber nur über eine geringe Bruchfestigkeit verfügt und sehr spröde ist, wird dieses Material eher für provisorische Füllungen verwendet. Nur in Entwicklungsländern wird der Glasionomerzement als definitives Füllungsmaterial verwendet.

Zusätzlich kommt hinzu, dass die Pulpaverträglichkeit von Glasionomerzement noch nicht eindeutig geklärt ist. Deshalb muss man das Innere des Zahnes durch eine Unterfüllung schonen. Der Glasionomerzement ist kaum polierbar und durch seine starren Eigenschaften kaum als vollwertige Füllung zu sehen. 

Goldfüllung

Goldfüllungen können generell auf zwei Arten erfolgen. Einerseits in Form einer Goldhämmerfüllung, andererseits als Goldinlay. Goldfüllungen sind heute nicht mehr so oft angewandt wie früher. Aufgrund des steigenden Goldpreises und der aufwendigen Anfertigung wurde der Goldstandard von den Keramikfüllungen abgelöst. Teilweise findet man die notwendigen Materialien nicht mehr im Dentalhandel.

Die Goldhämmerfüllung und Goldinlays verfügen aufgrund der Biegefestigkeit und der Eigenschaften von dem hochreinen Gold über eine ausgezeichnete Dauerhaftigkeit. Da das Gold leicht verformbar ist arbeitet dieses mit dem Zahn mit und und nimmt an allen Verformungen teil. So kommt es nur selten zu Randspaltbildung und Mikrorissen. 

Beim Goldinlay ist das Verfahren ähnlich dem der konventionell gefertigten Keramikinlays. Die Goldinlays werden jedoch meist mit Zementen in den Zahn eingebracht. Da reines Gold für die Inlays zu weich wäre, kommt hier eine Legierung von Gold mit Platin Silber oder Zink  zum Einsatz. 

Nicht mehr ganz up to date scheint die Goldfüllung, obwohl in Sachen Haltbarkeit und Überlebensrate nach wie vor ausgezeichnet. Ästhetisch werden die Goldfüllungen von den Keramikfüllungen übertroffen, da diese der Farbe des Zahnes gleichen. 

Provisorische Zahnfüllung

Bei provisorischen Zahnfüllungen handelt es sich um Übergangsfüllungen, die eigentlich nicht als definitive Zahnversorgung gedacht ist. Wie bereits erwähnt können Glasionomerzemente für den provisorischen Verschluss eines Zahnes sorgen. Es gibt aber auch Materialien die noch leichter wieder entfernt werden können um die anschließende definitive Zahnfüllung zu erleichtern. Das ist zum Beispiel bei Wurzelbehandlungen notwendig. 

Denn bringt der Zahnarzt bei einer Wurzelbehandlung eine temporäre medikamentöse Einlage in den Zahn ein, so wird die provisorische Füllung bereits nach einigen Tagen wieder entfernt. Hierbei können die unterschiedlichen Materialien im Gegenteil zum Glasionomerzement leicht mit einem Ultraschall wieder entfernt werden. 

Eines der meist verwendeten Materialien in der Zahnmedizin ist der Phosphatzement oder auch Zinkphosphatzement. Der Zement wird aus einem Pulver aus Zinkoxid und Magnesiumoxid und der Flüssigkeit Orthophosphorsäure angerührt. Dieser Zement kann auch als provisorische Füllung verwendet werden. Man erkennt den Phosphatzement als weißen harten Zement.

Als Provisorien werden außerdem verschiedene temporäre Kunststoffe verwendet, die meist eingesetzt werden um die Dauer der zahntechnischen Arbeiten zu überbrücken. 


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Zahnfüllung Kosten

Je nach Materialkosten und Aufwand können die oben genannten Füllungen stark variieren. Die folgende Liste gibt einen Überblick über die ungefähren Kosten für die jeweilige Zahnfüllung in Österreich. 

  • Die Amalgamfüllung / Plombe kostet in Österreich je nach Größe zwischen 41 und 91 Euro. Hierbei soll angemerkt sein, dass diese Leistung meist von der Krankenversicherung übernommen wird. (Kassenleistung)
  • Die Kompositfüllung wird nur im Frontzahnbereich von Eckzahn zu Eckzahn von der Krankenkassa übernommen. Im Seitzahnbereich kostet die Kompositfüllung je nach Größe und Flachen zwischen 90-200 Euro. 
  • Die Keramikfüllungen kosten je nach Größe zwischen 300-600 Euro. Hierbei handelt es sich um eine reine Privatleistung. 
  • Die Goldfüllungen orientieren sich am Preis etwa bei den Keramikfüllungen. 
  • Eine Glasionomerfüllung würde als Provisorische Füllung, so wie alle provisorischen Füllungen circa 25 Euro kosten. Hier sei gesagt, dass die provisorische Versorgung meist im Endpreis der definitiven Versorgung enthalten ist. 

Für die Kosten einer Zahnfüllung bieten die meisten Zahnärzte eine kostenlose Beratung an. Die Beratung könnte theoretisch auch bis zu 50 Euro kosten. Hier kann man den Zahnarzt fragen was die Zahnfüllungen kosten würden. 

Mesial okklusal und distal - Die MOD Füllung

Die Preise der meisten Zahnfüllungen hängen von der Größe der notwendigen Füllung ab. Der Zahn wird dabei in verschiedene Flächen unterteilt und je mehr dieser Flächen kariös zerstört sind, desto größer wird die notwendige Füllung und desto teurer wird diese. Im folgenden Bild werden die verschiedenen Flächen von 1 flächig bis 3 flächiger Füllung illustriert. 

1 Flächenfüllung
2 Flächen Zahnfüllung
3 Flächen Zahnfüllung

Bild 1-3 zeigen die verschiedenen Flächen einer Zahnfüllung. Ganz links sieht man eine einflächige okklusale Zahnfüllung. Mittig findet sich die zweiflächige Zahnfüllung. Dabei spricht man von einer "MO Füllung" also mesial-okklusalen Füllung, also zwei Flächen. Diese würde also die obere Zahnfläche und die Fläche zum Kontaktpunkt des Nebenzahnes versorgen.

Ganz rechts die größte Füllung, die MOD Füllung. Also drei Flächen mesial, okklusal und distal. Hier werden also sowohl die Oberfläche, als auch der Kontakt zum vorderen und hinteren Zahn versorgt.

Noch größere Versorgungen werden als Onlay, Teilkrone oder Krone bezeichnet.  

Wie wird eine Zahnfüllung gemacht?

Die Entfernung des kariösen zerstörten Zahnhartsubstanz erfolgt unter lokaler Narkose, also der Lokalanästhesie. Diese betäubt den betroffenen Zahn und umliegendes Gewebe und der Zahnarzt kann mit Hilfe von rauen "Rosenbohrern" oder mittels Exkavatoren (kleine Schnitzinstrumente) die weichen Teile des Zahnes entfernen. Hier sollte der Zahnarzt so vorgehen, dass alle weichen Stellen entfernt wurden. Nun sollte das Loch, auch Kavität genannt, noch einmal auf dessen Härte überprüft werden um sicherzustellen, dass alle weichen Teile entfernt wurden. 

Nun ist der Zahn vorbereitet und kann gemäß der oben erklärten Füllungstechniken versorgt werden. Die Anästhesie lässt dabei nach circa einer halben Stunde nach und fühlt sich dann meistens so an als würde ein "eingeschlafener" Fuß wieder "aufwachen". 

Zahnfüllung selber machen?

Könnte man auch eine Zahnfüllung selber machen? Hat man ein Loch im Zahn und Beschwerden durch Schmerzen am Zahn sollte man unbedingt einen Zahnarzt aufsuchen, denn es muss nicht nur das Loch wieder gestopft werden sondern auch der Karies entfernt werden. Zusätzlich muss der Zahnarzt überprüfen ob das Zahninnere betroffen ist, also eine Wurzelbehandlung notwendig ist. Generell würde man sagen, dass man eine Zahnfüllung nicht selber machen kann. 

Die Frage ob man Zahnfüllungen selber machen kann entsteht sehr oft nur aus der Angst vorm Zahnarzt. Hierbei würde man wohl eher den Zahnarzt wechseln und versuchen einen sanften Zahnarzt zu finden. Zahnfüllungen können bei einem Zahnarzt der einfühlsam ist ohne Schmerzen gesäubert und gelegt werden. 

Die Notsituation oder Abenteurer? Es gibt nur einen Einzelfall in dem es sinnvoll sein könnte selbst eine Zahnfüllung durchzuführen. Angenommen man ist verschollen in der Wildnis oder begibt sich monatelang in den Dschungel und es fällt eine Amalgamfüllung aus. Wenn nun der Zahn nur deshalb schmerzt weil der Zahn "offen" ist, so könnte man mit Phosphatzement den Zahn wieder provisorisch verschließen, also die Zahnfüllung selber machen. 

Phosphatzement ist ein häufig angewandter Zement in der Zahnmedizin und besteht aus zwei Phasen. Einem Pulver und einer Flüssigkeit. Diese beiden Komponenten werden so lange vermischt bis ein formbares trockenes Kügelchen entsteht welches man in das Loch des Zahnes drücken kann. Versäubert man die Ränder und beisst in die Füllung, dass diese nicht zu hoch ist könnte das funktionieren, wobei dabei der Karies unter der Füllung noch nicht entfernt ist. 

Ist man zurück in der Zivilisation sollte man sich diese Füllung wechseln lassen - beim Zahnarzt. Alternativ könnte man Cavit verwenden, ein provisorisches Zahnfüllungsmaterial.  

Schmerzen nach einer Zahnfüllung

Normalerweise empfindet man keine Schmerzen während oder  nach der Behandlung. Was jedoch möglich ist, ist, dass der Zahn so tief zerstört wurde, dass der Zahnarzt quasi den Zahn nicht mehr abfangen konnte. Das heißt, dass der Karies zu weit in das Zahninnere vorgedrungen ist. Ist das der Fall kann das Innere des Zahnes irritiert sein und eine Wurzelbehandlung notwendig machen. Hierbei kann der Zahnarzt oft durch die zuvor gelegte Füllung eine Wurzelbehandlung durchführen. Der Zahnarzt hat zwar die Möglichkeit eine schützende Zwischenlage unter die Füllung zu legen, diese reicht jedoch in seltenen Fällen nicht aus um den Zahn zu retten. 

Video - So wird eine Zahnfüllung gemacht

In diesem Informationsvideo sehen Sie einen guten Überblick über die Anfertigung einer Zahnfüllung. Hierbei wird die Erstellung eines Keramikinlays in der konventionellen Herstellungsmethode erklärt. 


Die Interviews mit Dr. Klein

In unseren Interviews mit Zahnarzt Dr. Peter Klein haben wir über häufige Fragen in der Zahnpflege gesprochen. 

Hierbei gewährt er Einblicke in die Praxis von Zahnärzten und beantwortet häufig gestellte Fragen von Patienten. 

Klicken Sie auf den Artikel und erfahren Sie mehr zum jeweiligen Thema.

Zusätzlich können Sie zum Artikel auch Kommentare hinterlassen oder Fragen stellen und aktiv an der Diskussion teilnehmen. 



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Zum Autor Dr. Peter Klein, BA:

Nach der Matura am Bundesgymnasium in Knittelfeld, hat Dr. Klein den Zivildienst am LKH Graz absolviert. Nach dem Praktikum in der Coloskopie und Gastroskopie begann er das Studium der Zahnmedizin in Krems an der Donau. Auf der Danube Private University absolvierte Dr. Klein das Studium zum Zahnarzt in Mindestzeit und studierte nebenher im Zweitstudium "Medizinjournalismus". 

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Kommentare: 1
  • #1

    Juli (Sonntag, 18 Februar 2018 07:48)

    Hallo liebe Redaktion,

    danke für die Übersicht, bin morgen beim Zahnarzt und weiß jetzt was mich erwartet! Alles Liebe aus Wiener Neustadt,
    Juli